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Reden wir von der Liebe

Florian Russi (Hrsg.)

Liebe ist ein Thema, das jeden berührt...Ein manchmal ernüchterndes und zugleich poetisches Buch.

Die Märkische Schweiz

Die Märkische Schweiz

Dörte Suhling

Ein Paradies für Naturfreunde und Wanderer

Nur rund 50 Kilometer nordöstlich von den Toren von Deutschlands Hauptstadt Berlin liegt der älteste und zugleich auch kleinste Naturpark im landschaftlich bevorzugt ausgestatteten Bundesland Brandenburg: die Märkische Schweiz. Im Oktober 1990 ist das etwa 205 km2 große Landschaftsgebiet von der letzten Regierung der damaligen DDR als Naturpark ausgewiesen worden. Schon Brandenburgs Dichter Theodor Fontane (1819–1898) schwärmte von der Märkischen Schweiz als einer „Naturschönheit mit außergewöhnlicher Landschaft“.

Landschaftlich äußerst vielfältig

In der Märkische Schweiz finden sich größtenteils die Gesamtheit aller geomorphologischen Formen einer Jungmöranenlandschaft wieder. Entstanden ist diese Formenwelt während der letzten großen Eiszeit, der Weichseleiszeit. Im Naturpark finden sich nicht nur Seen in unterschiedlicher Größe und Form, Hügel von geringer Höhe bis hin zu steilen Schluchten und Wiesen, Felder, Wälder und mit Bäumen gesäumte Alleen, aber auch von Fließgewässern tief eingeschnittene Täler, Moore, Schwemmkegel oder grundwassernahe Sanderflächen.

Das Zentrum der Märkischen Schweiz bildet die Kleinstadt Buckow am Schermützelsee. Buckow gehört schon seit dem 19. Jahrhundert zu einem der beliebtesten Erholungsorte am Rande von Berlin und ist Brandenburgs erster und einziger Kneippkurort. Die Begrenzung des Naturparks wird von einer Linie gebildet, die von Garzau im Westen, Altfriesland im Nordosten, Müncheberg im Süden sowie Ihlow und Reichenberg im Norden reicht.

Der Kurort Buckow

Höhenunterschiede von über 100 m auf kürzester Distanz wie hier in Bad Freienwalde (Oder)
Höhenunterschiede von über 100 m auf kürzester Distanz wie hier in Bad Freienwalde (Oder)

Es muss schon einen Grund gegeben haben, dass sich Bertolt Brecht (1898–1956) und Helene Weigel (1900–1971) gerade für den Kurort Buckow als ihren Sommersitz entschieden haben. Der Schermützelsee hat mit Sicherheit wesentlich zu dieser Entscheidung beigetragen. Heute ist die ehemalige Sommerresidenz des deutschen Künstlerpaars, das Brecht-Weigel-Haus, ein Literaturmuseum, das jedes Jahr von Literaturliebhabern aus der ganzen Welt besucht wird. Das wohl bekannteste Haus in Buckow mit dem riesigen Panoramafenster mit freiem Blick auf Garten und den See ist Austragungsort des jährlichen Literatursommers mit Lesungen, Konzerten, Filmaufführungen und Diskussionen.

Die ursprünglich slawische Siedlung Buckow (zu Deutsch Buchenaue) wurde im Jahr 1253 erstmals urkundlich erwähnt. Die historisch landschaftlich geprägte Umgebung des Ortes war vor allem für den Anbau von Hopfen und Rosen bekannt. Diese Tradition spiegelt sich auch im Wappen der Stadt wieder, das von Hopfen umrankte Rosen zeigt.

Irgendwas ist hier immer (los)!

Daneben hat Buckow aber noch viele weitere Attraktionen für seine Besucher zu bieten. So können Gäste des Naturparkbesucherzentrums „Schweizer Haus“ beispielsweise auf über 200 km2 Ausstellungsfläche viel Interessantes rund um den Naturpark erfahren und an geführten Wanderungen teilnehmen. Für Schülergruppen wurde hier sogar ein „grünes Klassenzimmer“ eingerichtet.

Von Buckow über Waldsieversdorf nach Müncheberg fährt die Buckower Kleinbahn, eine Museumsbahn, die in diesem Jahr ihr 120-jähriges Jubiläum feiert. Eisenbahn- und Technikfreunde kommen sicherlich im Eisenbahn- und Technikmuseum voll auf ihre Kosten, können sie hier doch in über 120 Jahren Eisenbahngeschichte stöbern.

Im Frühjahr und Sommer lockt das Musikfestival „Klassik im Grünen“ jedes Jahr viele Besucher in die Kleinstadt Buckow. Der Schlosspark, im 17. Jahrhundert neben dem ehemaligen Schloss angelegt und im 18. Jahrhundert in einen englischen Lustgarten umgeplant, ist Veranstaltungsort dieser Konzertreihen, aber auch der Buckower Rosentage. Dieses mehrtägige Stadtfest findet bereits seit 1965 jedes Jahr statt.

Waldsieversdorf – Idyll am Däbersee

Waldsieversdorf ist Erholung pur. Fernab von der Hektik und dem Lärm der Großstadt suchten Berliner Gäste schon seit dem 19. Jahrhunderts am Däbersee, am Papillensee oder dem Roten Luch, das Berliner Urstromtal und Oderbruch verbindet, Ruhe und Erholung. Sogar Kronprinz Friedrich (1831–1888) soll hier auf einer Fahrt nach Küstrin unter einer Eiche gerastet haben.

Bekannt wurde der Erholungsort südlich von Buckow aber auch durch John Heartfield (1891–1968). Der Fotograf und Begründer der politischen Fotomontage verbrachte hier zwischen 1953 und 1968 die Sommer in seinem Haus am Däbersee. Oft besuchte er seinen guten Freund Bertolt Brecht im nahegelegenen Buckow. Der Sommersitz von Heartfield wurde nach dessen Tod renoviert und saniert. Heute steht das John-Heartfield-Haus Besuchern mit wechselnden Ausstellungen offen.

Sehenswert ist auch der Wasserturm von Waldsieversdorf. Von seiner Aussichtsplattform aus bietet sich den Besuchern ein fantastischer Blick auf die beeindruckende Landschaft der Märkischen Schweiz. Das traditionell Ende Juli jedes Jahres stattfindende Jägerfest sowie das Brunnenfest von Waldsieversdorf haben sich zu festen Größen im Kulturkalender der Region entwickelt.

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Aufgenommen vom Schanzenturm in Bad Freienwalde (Oder) mit Blick ins Oderbruch Von MonteCaprino - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50...

Höhenunterschiede von über 100 m auf kürzester Distanz wie hier in Bad Freienwalde (Oder) Von MonteCaprino - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50...