Brandenburg-Lese

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Maximilian Schochow

Zwischen Erziehung, Heilung und Zwang
Geschlossene Venerologische Einrichtungen in der SBZ/DDR
Studienreihe der Landesbeauftragten, hg. von der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Sonderband

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer Reihe von Neuregelungen im Umgang mit krankheitsverdächtigen und geschlechtskranken Personen, die bis weit in die DDR wirkten. Die Selbstbestimmung betroffener Personen wurde eingeschränkt, die Rechte der Gesundheitsbehörden erweitert, und mit dem Fürsorgeheim für Geschlechtskranke wurde ein vollkommen neuer Typ einer totalen Institution in Deutschland eingeführt. Angelehnt an das sowjetische Modell der Prophylaktorien sollten zwangseingewiesene Personen in den Fürsorgeheimen isoliert, therapiert und durch Arbeit erzogen werden.

Die Umsetzung dieser Neuregelungen in der Praxis wird an den Beispielen des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Schloss Osterstein in Zwickau, des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Leipzig-Thonberg und der geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg gezeigt.

Bürgershof Potsdam

Bürgershof Potsdam

Stehbierhalle im Sperrgebiet

Der Bau von zehn Häusern im Schweizer Stil markiert den Beginn des Ortsteils Klein-Glienicke in den Jahren 1863 bis 1887. Im Ort liegt eine kleine Dorfkirche (Architekt: Persius) und neben ihr der Friedhof Klein-Glienicke. Letzterer kann symbolisch für die wechselvolle Geschichte des Potsdamer Ortsteils auf der ansonsten zu Berlin gehörenden Wannseer „Insel“ stehen. Gerade zu Zeiten der deutschen Teilung schlug diese Grenzziehung skurrile Blüten: Im Potsdamer Klein-Glienicke gab es drei Westberliner Exklaven. Der Friedhof lag beispielsweise direkt im Grenzbereich, durfte also nicht gepflegt werden und verfiel.

Im Jahre 1873 wurde am Ufer Klein-Glienickes eine „Stehbierhalle mit Kegelbahn“ gebaut. Hier konnten sich Besucher des neugegründeten Vororts Klein-Glienicke, die vornehmlich mit dem Dampfer ankamen, gleich nach ihrer Ankunft mit „geistigen Getränken“ versorgen. Der „Bürgershof“ erfreute sich wachsender Beliebtheit, bald wurden im Garten ein Festsaal und ein Musikpavillon eröffnet.

Die Grenzziehung 1945 und der Mauerbau 1961 verhinderten den Weiterbetrieb des historischen Ausflugslokals. Nach langen juristischen Verfahren zur Rückübertragung begrüßt der Biergarten seit Juli 2003 wieder viele Gäste. Das Restaurantgebäude wurde im Mai des darauffolgenden Jahres eröffnet. Eigentlich existierte auch noch ein Hotelgebäude am Bürgershof, dieses wurde kurz nach dem Mauerbau abgerissen, soll nun aber wiederaufgebaut werden.

Weitere Informationen:

Bürgershof

Waldmüllerstraße 4

14482 Potsdam-Klein-Glienicke

Tel.: 0331 / 2378889

Internetauftritt: www.buergershof.de

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Bild- und Textquelle:

Jüttemann, Andreas: Potsdam: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, 2015, Halle (Saale): mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH, Halle (Saale)

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