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Rüdiger Fikentscher

Deutschland und anderswo
Reiseerlebnisse im 19. Jahrhundert

»Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen«, dichtete einst Matthias Claudius. Wie recht er damit hatte, zeigt sich in den im Buch versammelten Originalberichten aus Tagebüchern und Briefen von Mitgliedern einer besonders reisefreudigen Familie über fünf Generationen. Sie reisten geschäftlich, wegen der Wissenschaft, um Bildung zu erwerben und persönliche Verbindungen zu stärken. Auf jeden Fall individuell, doch kaum, um sich zu erholen. Weder arm noch reich wanderten oder fuhren sie durch Deutschland, Österreich, Frankreich und England, kamen sogar nach Übersee.

Klosterbrauerei Neuzelle

Klosterbrauerei Neuzelle

Almut Philipp

Bier auf heiliger Mission

Die Geschichte der Klosterbrauerei in Neuzelle ist lang. Das Kloster wurde 1268 gestiftet. Die Bierherstellung im Kloster ist seit 1416 urkundlich belegt. Wie groß der Eigenbedarf der Mönche des Zisterzienserordens war, ist nicht erwiesen. Die gewerbliche Bierherstellung begann ab 1589, als Kaiser ­Rudolf II. den Verkauf des Klosterbieres ins Umland genehmigte. Bei der Führung durch die historischen Brauereigebäude der Klosterbrauerei Neuzelle GmbH erfährt man so manches, was die noch immer handwerkliche Tradition der Brauerei hier tatsächlich bedeutet. Hin und wieder müssen die Köpfe eingezogen werden, die Decken sind niedrig. Wir bestaunen die Kessel und lesen an den Rohren an der Wand „Würze“ und „Kaltwasser“. Es werden vor allem untergärige Spezialitäten wie der „Schwarze Abt“, Porter, Fruchtbiere und das „Original Badebier“ hergestellt. Über Neuzelle hinaus bekannt ist natürlich der „Schwarze Abt“, das Neuzeller Schwarzbier. Die Rezeptur kommt von den Mönchen, die, neben den für die Bierherstellung nach deutschem Reinheitsgebot allein erlaubten Bestandteilen Wasser, Hopfen, Hefe und Malz, auch Zucker zur Geschmacksveredlung enthielt! Das Bier erhielt damit zur „sanften Bitterkeit“ eine Restsüße. Im Ergebnis des sogenannten „Brandenburger Bierkriegs“ wurde dann 2005 der „Schwarze Abt“ als besonderes Bier eingestuft und kann damit als Bier verkauft werden. Nach der Verkostung erhalten wir Einblicke in das moderne Lager und decken uns danach im Klosterladen mit Bier ein.

Adresse und Kontakt

iBrauhauspl. 1

15898 Neuzelle

Tel.: 033652 / 8100

https://www.klosterbrauerei.com/shop/


Öffnungszeiten

Mo - Fr9:00 bis 18:00 Uhr
Sa / So9:00 bis 17:30 Uhr

*****

Textquelle:

Philipp, Almut: Die Lausitz - die 99 besonderen Seiten der Region: Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2018.

Bildquelle:

Almut Philipp.

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