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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Fritze Bollmann

Fritze Bollmann

Fritze Bollmann (1852-1901), eigentlich Johann Friedrich Andreas Bollmann, hatte von 1882 - 1896 in der Altstadt von Brandenburg ein Barbiergeschäft. Trotz harter Arbeit geriet er in wirtschaftliche Not und wurde zum Alkoholiker. Fritze Bollmann wurde deshalb oft von Kindern verspottet. Als er beim Angeln ins Wasser stürzte und davon auch noch erzählte, dichteten die Kinder ein Spottlied auf ihn, das später von Erwachsenen ergänzt wurde.

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Hannelore Eckert

Kinderspottlied aus Brandenburg

Zu Brandenburg uff`m Beetzsee,
ja da liegt een Äppelkahn,
und darin sitzt Fritze Bollmann
mit seinem Angelkram.

Fritze Bollmann wollte angeln,
doch die Angel fiel ihm rin,
Fritze wollt se` wieder langen,
doch da fiel er selber rin.

Fritze Bollmann rief um Hilfe,
liebe Leute rettet mir,
denn ick bin ja Fritze Bollmann,
aus der Altstadt der Barbier.

Und die Angel ward jerettet,
Fritze Bollmann, der ersoff,
und seitdem jeht Fritze Bollmann
uff`n Beetzsee nich mehr ruff.

Fritze Bollmann kam in`n Himmel:
„Lieber Petrus lass mir durch,
denn ick bin ja Fritze Bollmann,
der Barbier aus Brandenburg."

Und der Petrus ließ sich rühren
und der Petrus Ließ ihn rin
hier jibts och wat zu balbieren,
komm mal her und seif mir in.

Fritze Bollmann, der balbierte,
Petrus schrie: „Oh` Schreck und Graus,
tust mir schändlich massakrieren,
det hält ja keen Deubel aus."

„Uff´ de jroße Himmelsleiter
kannste widder runter jehn,
kratze Du man unten weiter,
ick lass mir`n Vollbart stehn."

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Foto: Fritze-Bollmann-Brunnen in Brandenburg, Aufnahme von 1924 - Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Fritze_Bollmann