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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Historische Erkundungen in Beeskow

Historische Erkundungen in Beeskow

Almut Philipp

Direkt an der Spree, die hier noch sehr idyllisch fließt, liegt Beeskow, die Kreisstadt des Landkreises Oder-Spree. Eben hier kreuzte einst der Fernweg von Leipzig nach Frankfurt die Spree. Und so „wandern“ heute wieder viele Besucher auf dem Spreeradweg und auf den Wassern der Spree Richtung Beeskow.

Von weitem ist der Turm der Marienkirche zu sehen. Über siebenundvierzig Meter ragt diese seit 2002 wieder aufgesetzte Turmspitze des Westturms einer der größten gotischen Hallenkirchen in der Mark Brandenburg empor und zieht den sich nähernden Besucher beinahe magisch an. Die Beeskower St. Marienkirche wurde zwischen 1370 und 1380 errichtet, der geplante fünfschiffige Hallenbau wurde letztlich als vierschiffiger Bau in norddeutscher Backsteingotik erst 1511 vollendet. Blitzeinschläge, Stadtbrände und nicht zuletzt die Folgen des Zweiten Weltkrieges haben den Bau immer wieder nachhaltig zerstört. Inzwischen wiederaufgebaut, beeindruckt die gotische Kirche am Kirchplatz auch von innen. Die Schukeorgel und mittelalterliche Malereien sind besonders hörens- bzw. sehenswert. In der Kirche finden heute regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen statt.

In der historischen Altstadt gibt es noch viel mehr zu entdecken. Da wäre die mittelalterliche Stadtmauer (um 1321), die bis auf die Ostseite die Stadt „umringt“ und die Beeskower vor nicht erwünschten „Gästen“ schützte. An den Wassern der Spree reichte davor wohl eine Pallisadenmauer und dort lädt heute der Spreepark mit tollen Natur- und Erholungsmöglichkeiten – mit Camping, Minigolfanlage, Fahrgastschifffahrt, Bootsliegeplätzen und -verleih, Ferienwohnungen und einer Flussbadeanstalt – ein.

Ältestes Haus in Beeskow
Ältestes Haus in Beeskow

Auf der Südseite beginnt die weitgehend erhaltene Stadtmauer mit dem Pulverturm. Mit der Stadtmauer verbunden ist die sogenannte Mönchsherberge. In dem heutigen Wohnhaus soll 1861 auchTheodor Fontane genächtigt haben. Der älteste und größte der ursprünglich neun Türme ist der Luckauer Turm, genannt der „Dicke Turm“. Der Name des Darrturms, der imposante 1,25 m dicke Wände aufzuweisen hat, geht auf die ursprüngliche Nutzung als Malzdarre zurück.

Immer wieder bieten die Tordurchgänge besondere Einblicke in die Stadt. So kann man auch das 2011 sanierte barocke Pfarr- und Gemeindehaus aus dem Jahr 1780 von außen erkunden. Auf dem Weg zum Markt, in der Kirchgasse gegenüber der Marienkirche, steht das älteste Haus der östlichen Mark Brandenburg, ein Fachwerkbau, für das die Fällzeit des Bauholzes bis auf das Jahr 1482 zurückgeführt werden konnte. Ein Bummel über den Marktplatz darf nicht fehlen, nicht nur das Rathaus auf der Westseite zeugt von den umfangreichen Sanierungen historischer Bauten in der Altstadt.

Auf einer Landzunge in der Spree liegt die Burg von Beeskow. Die Burg mit Zentralturm und Ringmauer fand bereits 1316 in der ältesten Urkunde Erwähnung. Wie alt sie genau ist, weiß man nicht. Als ihre Gründer gelten die Ritter von Strehle, die die Herrschaft über Beeskow-Storkow besaßen. Neben Lieberose, Friedland und Storkow war Beeskow eine von vielen Wasserburgen und Befestigungen, die sozusagen ein Netz von Wasserburgen in der Region bildeten. 1575 übernahm der Kurfürst von Brandenburg die Herrschaft und seit dieser Zeit war das Burggelände Eigentum der Hohenzollern. Der Burgkomplex befindet sich heute im Besitz der Stadt und lockt als das „Bildungs-, Kultur- und Ausstellungszentrum des Landkreises Oder-Spree“ immer mehr Besucher in die märkische Kleinstadt. Das Salzhaus neben dem Bergfried beherbergt heute das Regionalmuseum und ist ein Ausstellungszentrum mit einer Ausstellung zur wechselvollen Stadtgeschichte. Von dem dreißig Meter hohen Turm hat man einen wunderbaren Blick über Beeskow und die umliegende Spreelandschaft.

Inzwischen ist auf dem Burgareal auch das Musikmuseum Beeskow beheimatet. So entstanden auf dem Gelände der Burg außerdem u. a. ein Atelierhaus, eine Töpferwerkstatt und eine Schreibstube. Im großen Burghof werden (mittelalterliche) Feste gefeiert, doch besonders schön sind die sommerlichen Konzerte.

Zum Übernachten gibt es noch eine ausgewählte Empfehlung: Auf der anderen Seite der Spree steht das Hotel Märkisches Gutshaus, das von einem wunderbar romantischen Park umgeben ist. Die ungewöhnlich bewegte Geschichte des Hauses kann man gern erfragen.

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Bildquellen:

Marktplatz, Westseite Von Clemensfranz - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26...

Ältestes Haus Beeskows Von Gt-man - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70...

St.-Marien-Kirche Von Schmidti - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70...




Historische Erkundungen in Beeskow


15848 Beeskow

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