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Okzident und Orient

Die Faszination des Orients im langen 19. Jahrhundert
Klaus-Werner Haupt

In siebzehn Kapiteln werden neunzehn Persönlichkeiten des langen 19. Jahrhunderts vorgestellt, deren Texte, Bilder und Erfindungen deutlich machen: Okzident und Orient sind nicht zu trennen.

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Park und Schloss Branitz

Park und Schloss Branitz

Dörte Suhling

Pücklers „Bilderbuch der Harmonie“

„Wer mich ganz kennen will, muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz“, sagte Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau (1785–1871), kurz Fürst Pückler-Muskau, über den von ihm erschaffenen Park Branitz. Die südlich von Cottbus gelegene Park- und Schlossanlage gehört zu den bedeutendsten in ganz Brandenburg und wurde zu Pücklers Meisterwerk.

Nach dem Vorbild englischer Gärten schuf Fürst Pückler-Muskau in Branitz, heute ein Ortsteil der Stadt Cottbus, zwischen 1846–1871 aus dem Lausitzer Sandboden einen einzigartigen Landschaftspark rund um das spätbarocke Schloss, der zu jeder Jahreszeit in einer vielfältigen Farbenpracht erstrahlt. „Ein Park muss wie eine Gemäldegalerie sein, alle paar Schritte muss man ein neues Bild sehen“, so das Motto des großen Gartenbaukünstlers und Landschaftsarchitekten.

Schloss Branitz – Wohnsitz der Familie Pückler

Fürst-Pückler-Park Branitz
Fürst-Pückler-Park Branitz

Bereits Ende des 17. Jahrhunderts gelangte die Herrschaft Branitz in den Besitz der Familie Pückler, einem alten schlesischen Adelsgeschlecht. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts jedoch zog es die Familie in das sächsische Muskau. Das Branitzer Schloss wurde daraufhin verpachtet. Wegen großer finanzieller Schwierigkeiten kehren die Pücklers um 1845 nach Branitz zurück. Nur kurze Zeit später, 1850, begann der Umbau des Schlosses.

Bis 1945 befanden sich Schloss und umgebende Parkanlage im Besitz der Familie des Fürsten Pückler-Muskau. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges erfolgten Enteignung und Überführung von Schloss und Park in Volkseigentum. Im Zuge der Bodenreform fielen einige Teile der Parkanlage volkseigenen Gütern zu und wurden landwirtschaftlich genutzt. Seit 1995 gehören Schloss und Park zur „Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz“ der Stadt Cottbus.

Heute sind die Zimmer des Schlosses originalgetreu restauriert, zum Teil mit authentischer Einrichtung. So können Besucher das Leben der Familie des Fürsten Pückler-Muskau und deren damaligen Lebensumstände sehr gut nachvollziehen. Daneben finden im Schloss regelmäßig wechselnde Ausstellungen zum Leben und Wirken von Fürst Pückler-Muskau statt. Das Schloss ist zudem Veranstaltungsort von Konzerten, Vorträgen oder Lesungen. Außerdem können Besucher in einer Gemäldesammlung die Werke des Landschaftsmalers Carl Blechen (1798–1840) besichtigen.

Die Parkanlage rund um das Schloss entsteht

Als die Familie des Fürsten Pückler-Muskau 1845 zurück nach Branitz kam, befanden sich unmittelbar um das Schloss herum nur Wiesen, Felder und Sandwüste. Zum Schloss selbst gehörte davon nur ein ganz kleiner Teil. Der damals bereits 60-jährige Fürst Pückler-Muskau, der nach verschiedenen Aufenthalten in England von der Lebensweise des dortigen Landadels fasziniert war, hatte sich bereits mit der Anlage und Gestaltung verschiedener Garten- und Parkanlagen wie z. B. in Muskau einen Namen gemacht. Nun wollte er auch die Anlage um seinen Wohnsitz herum neu gestalten und begann 1846 mit dem Innenbereich des Parks und dem gebäudenahen „Pleasureground“, zusammen etwa 112 Hektar groß.

Nach englischem Vorbild entstanden

Inspiriert von den zahlreichen Landschaftsgärten, die er auf seinen Reisen nach England besucht und studiert hatte, begann Fürst Pückler-Muskau, große, mächtige Bäume zu kaufen und nach Branitz zu pflanzen. Das Anlegen von verschiedenen Wasserläufen erforderte umfangreiche Grabearbeiten. Insgesamt wollte der Fürst dem Park durch Aufschüttungen einen sanft hügeligen Charakter verleihen, so, wie er es in England gesehen hatte. Damit verwandelte er die ehemalige Sandwüste zu einer ganz besonderen Landschaftsoase.

Einzigartig und eindrucksvoll sind die beiden Pyramiden, eine See- und eine Erdpyramide, die Fürst Pückler-Muskau als Reminiszenz an seine Reisen in den Orient zwischen 1834 und 1840 im Innenbereich der Parkanlage errichten ließ. In den sich weiter außen anschließenden Parkbereichen gelang es Pückler, die vorhandene Landschaft aus Wiesen-, Wald- und Feldflächen mit gartenkünstlerischen Elementen zu verbinden.

Park Branitz heute

Insgesamt umfasst die Parkanlage von Schloss Branitz 622 Hektar. Im Außenpark ist heute der Tierpark der Stadt Cottbus angesiedelt. Im Park selbst werden jedes Jahr im Sommer Gartenfeste und im Winter ein beliebter Adventsmarkt ausgerichtet.

Die Parkanlage wird gleichzeitig als Gartendenkmal auf der Denkmalliste Brandenburgs geführt. Die Stadt Cottbus wie auch das Land Brandenburg sind bestrebt, dass Schloss und Park Branitz ebenso wie der Pückler-Park in Muskau in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen werden.

Die Stadt Cottbus wie auch das Land Brandenburg sind bestrebt, dass Schloss und Park Branitz ebenso in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen werden wie der Pückler-Park in Muskau, der seit 2004 UNESCO-Welterbe ist.

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Bildquellen:

Cottbus - Schloss Branitz Von Presse03 (talk) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57...

13.05.2015 03042 Branitz (zu Cottbus): Fürst-Pückler-Park Branitz. Schoß von SüdwestenDie Herrschaft Branitz gelangte 1696 in den Besitz der Grafenfamilie Pückler. 1846 bis 1871 legte Hermann Fürst Pückler-Muskau den Landschaftspark an. Das Schloß Branitz wurde 1772 nach Entwurf von Gottfried Semper errichtet. 1850 erfolgte ein Umbau. 1945 enteignet. In der DDR Bezirksmuseum. Die museale Nutzung blieb bis heute erhalten. Seit 1995 wird der Innenpark mit Pleasureground und Schloß von der kommunalen Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloß Branitz verwaltet und gepflegt. [DSCN5632+5633.JPG]20150513365MDR.JPG(c)Blobelt Von Jörg Blobelt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56...

Cottbus - Branitzer Park Bruecke Von Presse03 (talk) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57...

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