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Rüdiger Fikentscher

Deutschland und anderswo
Reiseerlebnisse im 19. Jahrhundert

»Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen«, dichtete einst Matthias Claudius. Wie recht er damit hatte, zeigt sich in den im Buch versammelten Originalberichten aus Tagebüchern und Briefen von Mitgliedern einer besonders reisefreudigen Familie über fünf Generationen. Sie reisten geschäftlich, wegen der Wissenschaft, um Bildung zu erwerben und persönliche Verbindungen zu stärken. Auf jeden Fall individuell, doch kaum, um sich zu erholen. Weder arm noch reich wanderten oder fuhren sie durch Deutschland, Österreich, Frankreich und England, kamen sogar nach Übersee.

Marktplatz Senftenberg

Marktplatz Senftenberg

Brandenburgisch, böhmisch, sächsisch …

Im mir noch wenig bekannten Senftenberg beginne ich den Stadtbummel bei einer guten Tasse Kaffee auf dem Markt, der nordwestlich der früheren Festung liegt. Die Fassaden der Häuser erzählen ihre Geschichten. Senftenberg wurde 1279 erstmals erwähnt, 1290 wurden Johann und Konrad von Senf­tenberg die Eigentümer des Ortes. Beim Betrachten des historischen Marktes fällt ein unsaniertes Haus auf. Mit dem Jahr 1675 datiert, ist es das älteste Gebäude am Platz – eine Postausspannstation, hier wurden die Pferde gewechselt, gefüttert und getränkt. Am Eingang finden sich noch sogenannte Kutschersitze, wie auch an der St. Hubertus Klause. Auf dem Markt stand ab 1731 auch die kursächsische Postmeilensäule, die auf Bestimmung von August dem Starken in jeder Stadt aufgestellt wurde. Da war Senftenberg auch noch sächsisch. Seit 2000 gibt es hier eine Kopie, weil das Original unter preußischer Herrschaft 1847 abgebaut worden war. In der Nordostecke ist die Peter-und-Paul-Kirche zu sehen, eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit einem – von zehn freistehenden achtseitigen Pfeilern getragenen – Knickgratzellengewölbe. Prunkvoll erscheint die um 1902 erbaute Adlerapotheke, ihre Fassade schmücken Schlangen, Totenschädel und zwei überlebensgroße steinerne Adler. Die Dachgaube des Nachbarhauses bedeckt ein Bildnis des St. Florian – 1509, 1641 und 1717 gab es große Stadtbrände. Das 1998 errichtete moderne Rathaus und der Sparkassenbau schließen die Südseite des Marktes.

Touristinformation Senftenberg

Markt 1

01968 Senftenberg

Tel.: 03573 / 1499010

https://www.lausitzerseenland.de/

www.senftenberg.de


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Textquelle:

Philipp, Almut: Die Lausitz - die 99 besonderen Seiten der Region: Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2018.

Bildquelle:

Almut Philipp.

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