Brandenburg-Lese

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Unser Leseangebot

Rainer Eckert

SED-Diktatur und Erinnerungsarbeit im vereinten Deutschland
Eine Auswahlbibliografie

Unverzichtbares Nachschlagewerk für die Forschung

Die Bibliografie enthält als Standardwerk ca. 8.000 Monografien und Aufsätze zur Geschichte von Opposition und Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in Ostdeutschland. Dazu kommen Arbeiten, die sich mit der politischen Repression, der Friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 sowie mit der geschichtspolitischen und Theoriediskussion dieser Themen in den vergangenen 30 Jahren beschäftigen. Die Titel sind weltweit gesammelt. Damit ist die Bibliografie von grundlegender Bedeutung nicht nur für die zeitgeschichtliche Forschung, für politische Bildungsarbeit und für die »Aufarbeitung« der SED-Diktatur in der Bundesrepublik Deutschland, sondern weltweit.

Der Spreewald

Der Spreewald

Almut Philipp

Wo Gurken und Mücken zu Hause sind

Der Vergleich Fontanes, der den Spreewald in Lehde in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ als „Lagunenstadt im Taschenformat“ beschrieben hat, mag schmeicheln. Venedig ist inzwischen vom Massentourismus gebeutelt. Der Spreewald hingegen hat sich seine Einzigartigkeit noch bewahrt. Und Wandern wie zu Fontanes Zeiten ist hier mit Paddel­boot, mit dem Rad oder zu Fuß geradezu eine Empfehlung. Der Spreewald ist natürlich ein Reiseland. Erste Anfänge des Tourismus erlebte Fontane vermutlich noch selbst. Nach ihm ist der Fontanewanderweg benannt. Erste Kahnfahrten, die für Gäste angeboten wurden, gab es schon damals. Sich durch das weitverzweigte Netz an Fließen mit dem Kahn fahren zu lassen, ist heute vor allem in der Hauptsaison üblich, so erfährt man auch etwas über die Historie dieser Kulturlandschaft. Alles wurde mit dem Spreewaldkahn, der für die geringen Tiefen der Fließe und Kanäle sehr flach gebaut ist, transportiert, die Fließe waren und sind die Straßen des Spreewaldes.

Manchmal, wenn die Winter sehr kalt sind, sind sie zugefroren, dann ist der Spreewald eine Schlittschuhbahn, die Kähne werden von Stoßschlitten abgelöst. Ursprünglich war hier nur Sumpfland. Die mittlere Spree floss ruhig und zunehmend verästelt durch die flache Landschaft. Auf niedersorbisch heißt der Spreewald Błota, „die Sümpfe“. Wie ganz Brandenburg wurde der Spreewald in der Eiszeit geformt. Die Landschaft in der Niederlausitz ist bis zu 16 Kilometer breit und etwa 55 Kilo­meter lang. Der obere Spreewald oberhalb Lübben ist die „Gemüsekammer“, hier wachsen Gurken, Zwiebeln, Meerrettich oder Kürbis. Im Unterspreewald, südlich von Lübben bis etwa an den Neuendorfer See wurde mit Kanälen stärker entwässert, hier konnte sich ein Hochwald entwickeln. Der oft beschriebene Erlenbruchwald bildete sich besonders in den vermoorten Gebieten. In den von den Hochwassern der Spree und dem erhöhten Grundwasserspiegel im Glogau-Baruther Urstromtal häufiger betroffenen Gebiet konnte das Wasser nur langsam abfließen.

Seit 1991 ist der Spreewald von der ­UNESCO als ein Biosphärenreservat anerkannt. Das betrifft 475 Quadrat­kilometer Fläche und die Bruch- und Auwaldflora. Um das 6. Jahrhundert war der Spreewald slawisches Siedlungsgebiet. Als er im 10. Jahrhundert zu deutschen Besitzern wechselte, änderte sich daran nicht viel, die Kolonisten zog es woanders hin. So ist der Spreewald bis heute auch ein durch die sorbische Kultur und Sprache geprägtes Gebiet. Ihre ersten Siedler wählten die Kaupen, höhere Teile des eiszeitlichen Schwemmkegels, zum Beispiel kleine Sandinseln, für ihre Blockhäuser aus. Das sollen sie sich von den Schlangen abgeschaut haben, in den ­Sagen gelten die Schlangen daher häufig als gute Tiere und Hausgeister. An den Giebeln der traditionellen Blockhäuser kann man den Schlangenkönig sehen. Der Spreewald hat eine ganz eigene Mythen- und Sagenwelt, wovon die Sage von Krabat, auch durch die Bücher von Jurij Brežan und Ottfried Preußler, die verbreitetste ist.


Information

www.spreewald.de



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Textquelle:

Philipp, Almut: Die Lausitz - die 99 besonderen Seiten der Region: Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2018.

Bildquelle:

Almut Philipp.

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