Brandenburg-Lese

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N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Gransee

Gransee

Michael Lemke

Die nächste vorzustellende Stadt ist Gransee (5.500 Einwohner), die inmitten von Ackern und Wiesen liegt. Bereits vor 1250 gründeten die Brandenburger Markgrafen an einer Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen die Stadt auf regelmäßigem Grundriß. 1262 erhielt Gransee Stadtrecht und in der Folge eine bemerkenswerte Ummauerung. 1319 wurde ein Rat eingesetzt, der 1419 Immediatstellung erlangte. Vom Ende des 13. Jahrhunderts bis 1591 beherbergte die Stadt ein bedeutendes Franziskanerkloster.

1349 trat Brandenburg sie an die Grafen von Ruppin ab, erhielt sie aber nach deren Aussterben zurück. 1316 fand vor den Toren der Stadt eine blutige Schlacht statt, in der der letzte brandenburgische askanische Markgraf Woldemar von einem mecklenburgisch-dänischen Heer geschlagen wurde.

Die Stadt lebte über Jahrhunderte von Handwerk, Landwirtschaft, Bierbrauerei und Durchgangshandel. Als sie 1877 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, entstanden kleine Sägewerk, Ziegeleien, aber auch Obst- und Konservenfabriken, Mostereien und Weinkeltereien. Der intensiv betriebene Obstanbau hat sich bis heute erhalten. Auch Spargel findet hier besten Boden. Bereits vor 1945 wurden eine Großmühle und ein Betonwerk errichtet. Trotz mehrerer Stadtbrände im 14. und 18. Jahrhundert besitzt das stille Gransee eine große Anzahl von Sehenswürdigkeiten. Die mittelalterliche Stadtbefestigung ist (u. a. Ruppiner Tor und Pulverturm) sehr gut erhalten.

Bemerkenswert schönes Interieur, darunter Flügelaltäre des 16. Jahrhunderts, besitzt die doppeltürmige Marienkirche (13.-15. Jahrhundert). Malerisch liegt die Ruine des Franziskanerklosters aus frühgotischer Zeit (um 1300). Die schlichte Spitalkapelle (13. Jahrhundert) beherbergt das Kreisheimatmuseum.

Als die Gattin des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III, Luise, im Schloß Hohenzieritz in Mecklenburg-Strelitz 1810 starb, ruhte ihr Sarg bei der Überführung nach Berlin eine Nacht auf dem Marktplatz der Stadt. An dieser Stelle wurde nach Plänen Schinkels ein neugotisches Denkmal (Sarkophag unter Baldachin) - ausgeführt im Berliner Eisenguß - 1811 errichtet.

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entnommen aus dem Buch „Das Bundesland Brandenburg", Rita Dadder Verlag 1992
Bilder und Bildnachweise: Stadtverwaltung Gransee, Abteilung Kommunales / Wirtschaftsförderung
Gransee 1928; Quelle: Stadt Gransee
Ruppiner Tor; Quelle: Stadt Gransee
Pulverturm mit Stadtmauer; Quelle: Stadt Gransee
Marienkirche; Quelle: Stadt Gransee

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