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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Der alte Zieten

Der alte Zieten

Theodor Fontane

Der in Neuruppin (Brandenburg) geborene Hugenottenspross Theodor Fontane war wie die meisten seiner Schicksalsgenossen, deren Vorfahren wegen ihres protestantischen Glaubens aus Frankreich vertrieben worden waren, ein preußischer Patriot. Die folgende Ballade, in der er einen General Friedrichs des Großen verherrlicht, zeigt, dass er als Kind seiner Zeit stolz war auf Preußens Gloria. Nur vom alten Haudegen und seinen Schlachten ist die Rede, nicht von den vielen Opfern, die seinem Draufgängertum gezollt waren.

Hannelore Eckert

 

Joachim Hans von Zieten,
Husarengeneral,
Dem Feind die Stirne bieten
Er tat's wohl hundertmal;
Sie haben's all' erfahren,
Wie er die Pelze wusch
Mit seinen Leibhusaren,
Der Zieten aus dem Busch.

Hei, wie den Feind sie bläuten
Bei Hennersdorf und Prag,
Bei Liegnitz und bei Leuthen
Und weiter, Schlag auf Schlag;
Bei Torgau, Tag der Ehre,
Ritt selbst der Fritz nach Haus,
Doch Zieten sprach: Ich kehre
Erst noch mein Schlachtfeld aus."

Sie stritten nie alleine,
Der Zieten und der Fritz ,
Der Donner war der eine,
Der andere war der Blitz.
Es wies sich keiner träge,
Drum schlug's auch immer ein,
Ob warm', ob kalte Schläge,
Sie pflegten gut zu sein. -

 

Der Friede war geschlossen,
Doch Krieges Lust und Qual
Die alten Schlachtgenossen
durchlebten's noch einmal.
Wie Marschall Daun gezaudert,
Und Fritz und Zieten nie,
Es ward jetzt durchgeplaudert
Bei Tisch in Sanssouci.

Einst mocht' es ihm nicht schmecken,
Und sieh, der Zieten schlief.
Ein Höfling wollt' ihn wecken,
Der König aber rief:
"Laßt schlafen mir den Alten,
Er hat in mancher Nacht
Für uns sich wach gehalten,
Der hat genug gewacht!" -

Und als die Zeit erfüllet
Des alten Helden war,
Lag einst, schlicht eingehüllet,
Hans Zieten , der Husar.
Wie selber er genommen
Die Feinde stets im Husch,
So war der Tod gekommen,
Wie Zieten aus dem Busch.

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