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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Bad Liebenwerda

Bad Liebenwerda

Kati Spantig

Liebenwerda, gelegen in die Niederung des Urstromtales der Schwarzen Elster, wurde 1231 unter Vogt Otto erstmals urkundlich erwähnt. Im Osten stand ein Kastell auf einer Elsterinsel. Diese Burg wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut. Liebenwerda muss eine nicht unbedeutende Rolle auf religiösem Gebiet gespielt haben. Ursprünglich Handelssiedlung, wurde Bad Liebenwerda, 1301 als civitas erwähnt, zum Mittelpunkt der Herrschaft der als Ministeriale im meißnischen Dienst stehenden Herren von Eilenburg. In der Mitte des 16. Jahrhunderts breitete sich im Gebiet um Liebenwerda die Reformation aus. Dr. Martin Luther traf sich 1519 mit dem päpstlichen Notar Miltitz in Liebenwerda zu einem Gespräch. 1544 führte er den ersten Superintendenten Gilbert in sein Amt ein.

Während des Siebenjährigen Krieges belegten preußische Truppen die Stadt mit hohen Kontributionen. Weil der sächsische Landesfürst sich 1806 mit den Franzosen verbündet hatte, wuchs der Zorn der Liebenwerdaer Bürger. Einem angesetzten Friedensfest zu Ehren des proklamierten Königs verweigerte die Mehrzahl der Bürger ihre Teilnahme. Im Jahre 1813 zogen die geschlagenen Franzosen durch die Stadt und nach anfänglicher Genugtuung über deren Niederlage empfanden die Bewohner der Stadt große Vorbehalte gegenüber den Preußen wegen ihres Auftretens. Ab 1816 wurde Liebenwerda preußische Kreisstadt.

1883 wurde die katholische Herz-Jesu-Kirche eingeweiht. Jeder Besucher - ob Beter oder Tourist - ist fasziniert vom Farbspiel der Glasfenster (1975) im Chorraum, die den ganzen Kirchenraum in ein wunderbares, warmes Licht von Rot- und Gelbtönen tauchen, besonders in den Mittagsstunden.

1925 ist der Stadt der Titel „Bad" durch den Regierungspräsidenten des preußischen Staatsministeriums verliehen worden.

Nach einem Aufruf der evangelischen Kirche, leitete am 3. November 1989 eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Reden statt Randale" in der Sankt Nikolai Kirche die Wende In Bad Liebenwerda ein. In der Kirche fanden ca. 2000 Menschen Platz. Durch eine Übertragung nach draußen konnten auf dem Marktplatz noch einmal ca. 3 000 Bürger die Diskussion mit erleben. In ruhiger und sachlicher Diskussion wurde zum ersten Mal kritisch zu den vergangen 40 Jahren SED-Regierung Stellung bezogen.

Ein großer Anziehungspunkt für Gäste und Einwohner ist die Ev. St. Nikolai Kirche. Dort finden regelmäßige Veranstaltungen statt. Von Gospelkonzerten bis zu Weihnachtsoratorien mit einem unvergesslichen Klangerlebnis und überzeugender Atmosphäre.

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform vergrößerte sich die Stadt 1993 um 15 Orte. Neue Ortsteile von Bad Liebenwerda wurden: Burxdorf - Dobra - Kosilenzien - Kröbeln - Langenrieth - Lausitz - Maasdorf - Möglenz - Neuburxdorf - Oschätzchen - Prieschka - Thalberg - Theisa - Zelscha - Zobersdorf
Langenrieth und Burxdorf waren vorher schon in Neuburxdorf eingemeindet. Sie wurden im Laufe der Zeit ebenfalls als eigenständige Ortsteile behandelt. Die Bevölkerungszahl der Stadt wuchs von 5.940 auf 11.733 Bewohner.

Am 04.12.2003 wurde nach dem brandenburgischen Kurortegesetz Bad Liebenwerdas als „Ort mit Peloidkurbetrieb" staatlich anerkannt!

Es sind nicht nur die großen Denkmale, die den Betrachter begeistern, sondern vielfach die kleinen Kunstschätze und Kostbarkeiten, die zum Denken anregen. Im Marktbrunnen, der seit 1911 steht, hat unter seinem Dach das Hirtenmädchen Barbara Unterkunft gefunden und das schon seit 1956. Sie ist von der Bildhauerin Dorothea von Philipsborn geschaffen worden. Das in Bronze gegossenen Mädchen, schaut mit einem etwas verträumten Blick auf das Wasser, das aus den beiden Fischen in das Brunnenbecken rinnt. Die symmetrische Darstellung der beiden Fische in ihren Händen gleicht fast einer Waage. Ihrer Haltung ist zu entnehmen, dass die Barbara nach vom schreitend zum Ausdruck bringt, als wollte sie der Stadt vorangehen. Immer ist davon gesprochen worden, dass das Hirtenmädchen im Dreißigjährigen Krieg im alten slawischen Fischerdorf Pestkranke gepflegt hätte. Eine in sich abgeschlossene Sage um das Hirtenmädchen ist bisher nicht bekannt, daher soll eine bereits erschienene Sage nochmals vorgestellt werden, die sich auf das Mädchen Barbara Stirblinger, der Tochter des Stadthirten, bezieht.

Am Fuße des Lubwartturms befindet sich das Heimatmuseum von Bad Liebenwerda. Es bietet Einblicke In verschiedene Zeiten. Das Gebäude diente dem Gefolge des Kurfürsten als Unterkunft, wenn dieser zur Jagd auf die Liebenwerdaer Heide ging. Nach zahlreichen Rekonstruktionsarbeiten können die Bad Liebenwerdaer Kulturschätze seit dem Frühjahr 1994 wieder bewundert werden. Die Ausstellung umfasst ur- und frühgeschichtliche Funde, Handwerk und Volkskunst, Küche und Wohnzimmer um 1920, Töpferhandwerk, Geologie, Natur und Landschaft des Schwarzen-Elster-Landes, ältere Stadt- und Kreisgeschichte sowie Sonderausstellungen. Die Spezialsammlung zum Marionettentheater ist Herzstück des Museums.

Der Naturpark erstreckt sich über die Landkreise Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz bei einer Gesamtfläche von ca. 490 km2. insgesamt umfasst dieser 22 Gemeinden und 5 Städte z.B. Wahrenbrück, Bad Liebenwerda und Elsterwerda, welche das gewerbliche Zentrum der Region darstellen.
Das Kernstück des Naturparks bildet der ehemalige Truppenübungsplatz bei Hohenleipisch. Dieses etwa 3700 ha große Naturschutzgebiet ist für den Namen des Naturparks verantwortlich und mit seinen Traubeneichen- und Heidebeständen sowie Silbergrasfluren ökologisch besonders wertvoll.
Besonders erwähnenswert ist das Wappentier des Naturparks - das sehr selten gewordene Auerhuhn, welches traditionell in beerstrauchreichen Eichen-Kiefernwäldern zuhause ist.

 

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Literaturquellen:

- Michael Lemke, „Das Bundesland Brandenburg", Rita Dadder Verlag 1992
- Unterlagen Stadtgeschichte, Auszüge Stadtchronik - Aufgestellt November 1992,
  Walter Hartwig(1997 verstorben), Weitergeführt 2000 Michael Ziehlke Stadtchronist, mehr...
- offizielle Homepage der Stadt Bad Liebenwerda

Fotos:

- Liebenwerda nach einem Stich von um 1628 - Wikipedia, gemeinfrei
- Martin Luther - Wikipedia, gemeinfrei
- St. Nikolai-Kirche in Bad Liebenwerda - Wikipedia, Urheber: OnkelJohn
- Der Barbara-Brunnen in Bad Liebenwerda - Wikipedia, Urheber: OnkelJohn

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