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Sommerschnee

Berndt Seite

Hardcover, 124 S., 2020 erscheint demnächst; Bereits vorbestellbar

ISBN: 978-3-86397-134-2
Preis: 15,00 €

Sommerschnee – das sind die luftig-bauschigen Samenfasern der Pappelfrüchte, die sich im Sommer öffnen und die Welt mit ihrem weißen Flaum überziehen: Schnee in der wärmsten Jahreszeit. Mal melancholisch, mal mandelbitter, aber stets in größter Genauigkeit geht Berndt Seite auch in seinem neuen Lyrikband den Erscheinungsformen der Natur nach und lotet in ihnen die Bedingungen des Lebens aus.

Wittstock/Dosse – alte Bischofsstadt in der Prignitz

Wittstock/Dosse – alte Bischofsstadt in der Prignitz

Dörte Suhling

Den meisten Autofahrern ist Wittstock an der Dosse als Verkehrsknoten bekannt, in dem die Bundesautobahnen aufeinandertreffen, die in die Hansestädte Rostock, Wismar oder Hamburg im Norden Deutschlands führen. Dass die Kleinstadt in Nordwesten Brandenburgs zu den ältesten Zentren der Prignitz und des Bundeslandes gehört und eine bis ins 10. Jahrhundert zurückreichende Geschichte hat, wissen die wenigsten. In unmittelbarer Nähe zur Grenze zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gelegen, wird Wittstock/Dosse auch liebevoll als „Tor zur Mecklenburgischen Seenplatte“ bezeichnet.

Mit seiner alten Bausubstanz und der heute noch erhaltenen Stadtmauer versetzt Wittstock an der Dosse Besucherinnen und Besucher in eine längst vergangene Zeit. Heute leben in der amtsfreien Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die, bezogen auf eine Gesamtfläche von rund 417 Quadratkilometern, zu den größte Städten Deutschlands zählt, etwa 14 200 Menschen.

Bischofssitz mit überregionaler Bedeutung

Wittstock wurde erstmals im Jahr 946 in einer Urkunde des Bistums Havelberg erwähnt. Erst über 300 Jahre später wurde der ehemals slawischen Siedlung 1248 das Stadtrecht verliehen. Seit 1271 war Wittstock Sitz der Bischöfe von Havelberg, die in der Wittstocker Burg lebten. Erst mit dem Tod des letzten Bischofs Busso X. von Alvensleben (1468–1548) und der sich anschließenden Reformation endete die Ära.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts ließen sich immer mehr Handwerker in der Stadt am Zusammenfluss von Dosse und Glinze nieder. Besondere Bedeutung hatten dabei das Textilhandwerk und damit verbundenen Gewerbe wie die Tuchmacher oder die Gewandschneider, die über mehrere Jahrhunderte das wirtschaftliche Leben der Stadt dominierten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das traditionelle Handwerk durch die ersten Industriefabriken in Wittstock abgelöst.

Die Schlacht bei Wittstock

Im Dreißigjährigen Krieg erlangte Wittstock durch die Schlacht bei Wittstock überregionale Bedeutung. Am Scharfenberg bei Wittstock trafen 1636 die schwedischen Truppen auf das kaiserliche-kursächsische Heer und besiegte es. Heute erinnert eine Aussichts- und Gedenkplattform an dieses geschichtsträchtige Ereignis. Durch eine Pestepidemie und mehrere Großbrände Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Stadtbevölkerung auf etwa ein Drittel dezimiert. Zum Ausgleich wurden knapp 1 800 Kolonisten aus anderen Teilen Deutschlands wie z. B. aus Württemberg oder der Pfalz in Wittstock eingebürgert.

Wittstock ist Teil der sogenannten Schwedenstraße, die über 700 Kilometer von der Hansestadt Wismar bis nach Großbeeren und Berlin führt und an die Zeit der Schweden in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg erinnert.

Stadt mit historischem Kern

Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der „Städte mit historischen Stadtkernen“, zu der auch andere Städte Brandenburgs wie Potsdam, Jüterbog, Rheinsberg, Neuruppin, Templin oder Perleberg gehören, ist Wittstock bestrebt, das mittelalterliche Stadtbild zu erhalten.

Besonders erwähnenswert ist die mittelalterliche Stadtmauer, die einzig noch erhaltene geschlossene Backsteinmauer in Deutschland, die die Stadt auf einer Länge von knapp 2,5 Kilometern umschließt. Mit dem Bau der zwischen 4 und 7 Meter, früher zeitweise sogar bis 11 Meter hohen Stadtmauer wurde 1244 begonnen.

Burganlage und Stadtkirchen als Wahrzeichen der Stadt

Auch die alte Bischofsburg gehört zu den Sehenswürdigkeiten von Wittstock. Der 32 Meter hohe Turm der Burg ist weithin zu sehen und eines der Wahrzeichen der Stadt. In der Burg befinden sich heute das Ostprignitzmuseum und das Museum des Dreißigjährigen Krieges. Eindrucksvoll werden hier die Ereignisse des Krieges, aber auch das Leben und Leiden der Bevölkerung und der Soldaten sowie die verwendete Waffentechnik erlebbar gemacht. Daneben werden hier verschiedene thematische Führungen und Projekte wie z. B. „Alltag im Dreißigjährigen Krieg“, „Alltag und Leben im Mittelalter“ oder „Historische Schulstunden um 1900“ angeboten.

Der Bau der Stadtkirche „St. Marien“ von Wittstock begann im 13. Jahrhundert. Heute ist die Kirche nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt, sondern auch eine Station der Bischofstour, bei der Radfahrer die Kirchen, Klöster, Wallfahrtsorte und andere historischen Orte der Prignitz besuchen, zu den die Havelberger Bischöfe früher mit der Kutsche oder per Pferd reisten. Vom 70 Meter hohen Barockturm der St.-Marien-Kirche hat man einen weiten Blick über Wittstock und das landschaftlich reizvolle Umland der Stadt.

Landesgartenschau 2019 In Wittstock an der Dosse fand von April bis Oktober 2019 die Landengartenschau von Brandenburg statt. Dabei verwandelten sich große Areale der historischen Altstadt entlang der mittelalterlichen Stadtmauer in Blütenmeere. Insbesondere Rosenbeete mit den verschiedensten Arten von der Beet- bis hin zur Kletterrose schmückten die Stadt. Der erlesene Duft der Königin der Blumen empfing besonders während der Sommermonate die Gäste der Gartenschau in den historischen Gassen von Wittstock.


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Bildquellen:

Vorschaubild: Markt mit Rathaus, dahinter Heiliggeistkirche und Gröpertor, 2006, Urheber: Doris Antony via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

Kupferstich von Matthäus Merian d. J. aus dem Jahre 1652 via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Schlacht bei Wittstock, 17. Jahrhundert, Urheber: unbekannt; Quelle: Berg, Jonas; Lagercrantz, Bo (1962) Scots in Sweden, Stockholm: Nordiska Museet/Swedish Institute Retrieved on 17. Mai 2019 via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Alte Stadtmauer, 2019, Urheber: Rolf Dietrich Brecher via Wikimedia Commons CC BY 2.0.

Burghof der Alten Bischofsburg, 2008, Urheber: Botaurus stellaris via Wikimedia Commons Gemeinfrei.



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