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Karlheinz Fingerhut 
Kennst du Franz Kafka?

Was für ein komischer Kauz muss dieser Kafka wohl gewesen sein, dass kaum ein Lehrer so recht weiß, wie ihn vermitteln. Dabei ließen sich Kafkas Texte mit Träumen vergleichen, und die kennt doch jeder.
Karlheinz Fingerhut ermöglicht in diesem Buch einen leichteren Zugang zum Menschen Kafka und zu seinen teils verwirrenden Werken.

Burg im Spreewald

Burg im Spreewald

Almut Philipp

Gemeinde im Osten von Brandenburg

Im weitverzweigten Netz der etwa 450 etwa vier Meter schmalen, flachen Fließen der Spree gleiten bis heute die Spreewaldkähne beinahe lautlos dahin. Besonders gern werden sie von den vielen Touristen und Erholungssuchenden genutzt, die Burg im Spreewald aufsuchen. Bereits seit 1913 entstand in Burg ein erster Kahnfährhafen.

Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aber waren die Kähne vor allem das wichtigste Transportmittel der Bewohner. Spät erst erschlossen Straßen, Wege und Brücken die Landschaft mit ihren Siedlungen und Höfen. Burg liegt in einem über die Jahrhunderte von Menschen gestalteten typischen Streusiedlungsgebiet im oberen Spreewald mit seinen Fließen, Äckern für Gurken-, Spargel- oder Erdbeeranbau, Wäldern und Streuobstwiesen. Es bildet seit 1960 mit den Ortslagen Burg-Dorf, Burg-Kauper, Burg-Kolonie und seit 2001 auch mit Müschen eine der größten deutschen Gemeinden. Heute gehört Burg zum Landkreis Spree-Neiße und hat eine Fläche von mehr als 35 km².

Hafen in Burg
Hafen in Burg

Auf Niedersorbisch heißt Burg Bórkowy (B?ota) und blickt im Jahr 2015 auf seine 700-jährige Geschichte zurück. Doch wie kam Burg zu seinem Namen? Die frühen Siedler lebten vor allem vom Fischfang, den sie auch im nahen Cottbus verkauften. Die Fische transportierten sie in Gefäßen, die aus Buchenborke gemacht wurden. Sobald die Fischer zum Markt kamen, sagte man, die „Borker" („Zbork") kommen, wovon sich der spätere Name Burg ableitet.

Wer Burg und den Spreewald bereist, trifft überall auf eine wahrlich reiche Geschichte. Spuren der ersten Siedler aus der Jungstein- und Bronzezeit belegen Funde wie Tierfiguren und kleine Kultwagen dem Schlossberg nördlich von Burg.

Die Sorben, das kleinste slawische Volk, besiedelten den heutigen Spreewald und die Gegend um Burg seit der Zeit der Völkerwanderung im 6. bis 8. Jahrhundert. Noch heute sind ihre Spuren an slawischen Burgen und Schanzen sichtbar. Urkundlich wird die Mühle des Dorfes Burg in einer Verkaufsurkunde erstmalig im Jahr 1315 erwähnt und somit gilt Burg-Dorf auch als die älteste Ortslage von Burg. 

Am Nordweg in Burg
Am Nordweg in Burg

Seit 2005 hat Burg mit der Spreewald-Therme eines der schönsten Solebäder Deutschlands zu bieten. Dort, wo nach der Eiszeit vor allem Sümpfe, Morast und Moore waren, hat die Thermalsolegewinnung aus dem Untergrund Burg zum Thermalbad für Touristen und zum Kurort für balneologische Anwendungen werden lassen. Aus 1350 Metern Tiefe fließt die 31 °C warme Sole in die acht unterschiedliche Badebecken, die in der Spreewald-Therme der Entspannung und Erholung dienen sowie unterschiedlichste Angebote zu Wellness und gesundheitsorientierter Freizeit ermöglichen. Das gleich nebenan stehende Thermenhotel besitzt einen eigenen „Bademantelgang" zum Bad. Doch auch ohne Baden lädt der seit 2005 staatlich anerkannte Kurort zu erholsamer Betätigung ein. Auf seinem gut erschlossenen Wander- und Radwegenetz kann man sich den Ort und seine Umgebung bestens erschließen.

Die Kirche in Burg
Die Kirche in Burg

Der Spreewald ist seit 1991 Biosphärenreservat mit UNESCO-Status. Neben den Fließen, dem auf 1550 Kilometern weitverzweigten Gewässernetz der Spree, dass eine parkähnliche Landschaft bildet, gilt es auch eine fantastische Flora und Faune mit mehr als 6000 Arten zu entdecken - und dies zu jeder Jahreszeit. Die Auenlandschaft mit Mooren, Wiesen und Äckern bietet zahlreichen Tieren wie Bekassine, Kiebitz, Mäusebussard, Rotmilan, Weißstörchen oder Kranichen Lebensraum, die Grüne Mosaikjungfer, Rotbauchunken, Moor-oder Grasfrosch und Wassermarder finden hier Rastplätze, Verstecke und Nahrungsquellen.

Auch für den Tagestourist oder Kurzurlauber bietet Burg Besonderes. Besuchen Sie doch das Kartoffelgasthaus oder das kleine Restaurant im alten Bahnhof. Die Romantik der Schmalspurbahn „Alte Guste", die einst die über 85 Kilometer Gleise befuhr, lebt Im nostalgischen Ambiente des früheren Bahnhofs von Burg weiter. Seit 1995 gibt es hier ein besonderes gastronomisches  Erlebnis. Oder haben Sie schon einmal Ihr Essen mit der Bahn serviert bekommen? Zwischen historischen Originalteilen, alten Schildern oder Bänken kündigt sich das herannahende Essen auch akustisch an. Die Plätze im Spreewaldbahnhof sind schnell besetzt, vorheriges Reservieren ist daher zu empfehlen

Ob in den Sagen und Traditionen der Sorben und Wenden, dem reichen landschaftlichen und architektonischen Reichtum oder den typischen landwirtschaftlichen Betrieb um Erdbeeren, Spargel, Gurken, Kürbis und Meerrettich, der heutige Kurort Burg im Biosphärenreservat umwirbt jeden seiner Gäste.

*****

 

Bildquellen:

Vorschaubild, altes Haus bei Burg im Spreewald, Ra Boe, Wikipedia, „CC-BY-SA-3.0 (de)

Am Nordweg in Burg (Spreewald), Stefan Fussan,  (CC BY-SA 3.0)

Ein Ausflugskahn im Spreewald am Hafen von Burg, Ra Boe, Wikipedia, „CC-BY-SA-3.0 (de)

Die Kirche in Burg (Spreewald) von Außen, Ra Boe, Wikipedia, „CC-BY-SA-3.0 (de)

 

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Burg im Spreewald


03096 Burg (Spreewald)

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