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Karlheinz Fingerhut 
Kennst du Franz Kafka?

Was für ein komischer Kauz muss dieser Kafka wohl gewesen sein, dass kaum ein Lehrer so recht weiß, wie ihn vermitteln. Dabei ließen sich Kafkas Texte mit Träumen vergleichen, und die kennt doch jeder.
Karlheinz Fingerhut ermöglicht in diesem Buch einen leichteren Zugang zum Menschen Kafka und zu seinen teils verwirrenden Werken.

Kloster Lehnin

Kloster Lehnin

Dörte Suhling

Zwischen Fläming und Havelland

Kloster Lehnin – ein Name, der zuallererst für das älteste Zisterzienserkloster der Mark Brandenburg steht. Nicht minder interessant ist jedoch die gleichnamige brandenburgische Gemeinde, die etwa 50 km südwestlich von Berlin liegt und die im Jahr 2004 im Zuge der kommunalen Neugliederung im Bundesland Brandenburg gebildet wurde. Gemeinde und Kloster zusammen bilden einen der touristischen Höhepunkte zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel.

Von Sommerresidenz bis zum Kräutergarten

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wurden nicht nur in Brandenburg viele Klöster und Kirchen zerstört, geplündert oder verwüstet. Auch im Kloster Lehnin und dessen Umgebung waren die Spuren des Krieges deutlich sichtbar. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entwickelte sich jedoch in den Ortschaften um das Kloster wieder ein gesellschaftliches Leben.

Der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620–1688) ließ einen im Krieg zerstörten Teil des Klosters, das Konversengebäude, in dem vorwiegend die nichtgeweihten Ordensbrüder lebten, zu einem Jagdschloss umbauen. Und Kurfürstin Luise-Henriette von Oranien (1627–1667), die erste Frau von Friedrich Wilhelm von Brandenburg, verbrachte die Sommermonate am liebsten in der wunderschönen Umgebung von Lehnin. Im Gedenken an die Kurfürstin wurde die diakonische Einrichtung, die die Landeskirche Berlin-Brandenburg seit 1911 im Kloster Lehnin betreibt, Luise-Henrietten-Stift genannt.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurden Kloster, Klosterkirche Lehnin sowie der Kreuzgang, alles im Verlauf des 18. Jahrhunderts stark verfallen und zum Teil abgetragen, wiederaufgebaut. Damit blieb die prägende Architektur der Zisterzienser auch für die Nachwelt erhalten.

Heute besuchen jedes Jahr tausende Gäste das Kloster und die Gemeinde Lehnin und lassen sich von der wechselvollen Geschichte diese altehrwürdigen Ortes erzählen, nehmen an Führungen durch den Kräutergarten des Klosters teil oder staunen über die Kräuterspezialitäten, die im klostereigenen Hofladen zum Kauf angeboten werden.

Gemeinde mit Tradition

Historischer Backofen in Emstal
Historischer Backofen in Emstal

Die Gemeinde Lehnin ist in die seen- und waldreiche Landschaft Brandenburgs mit Kiefernwäldern und Wiesen eingebettet. Mit Potsdam, Brandenburg an der Havel, Belzig und Beelitz liegen die größeren Städte des Bundeslandes Brandenburg in einem Radius von 20 bis 30 Kilometern von Lehnin entfernt.

Namensgeber und Wahrzeichen ist das gleichnamige Zisterzienserkloster. Zur Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark gehören neben Lehnin selbst auch die Orte Damsdorf, Emstal, Göhlsdorf, Grebs, Krahne, Michelsdorf, Nahmitz, Netzen, Prützke, Rädel, Reckahn und Rietz. Im Jahr 2003 wurde auch die Ortschaft Trechwitz Teil der Gemeinde Lehnin.

Das Gründungsdatum des Ortes Lehnin fällt mit der Gründung des gleichnamigen Klosters durch Otto I, zweitem Markgraf der Mark Brandenburg (1125–1184), im Jahre 1180 zusammen. Lange Zeit bestand allerdings nur das Kloster. Der eigentliche Ort entstand erst aus einen von Mönchen vor den Klostermauern betriebenen Markt als Flecken Lehnin.

Durch die Ansiedlung verschiedener Handwerker und deren Familien Mitte des 17. Jahrhunderts wuchs der Ort weiter. Das ursprünglich verliehene Marktrecht, das um 1733 an die Ortschaft Werder (Havel) abgetreten werden musste, konnte erst 1855 wiedererlangt werden.

Blauer Stein, Kürbisfest und Zigarettenproduktion

Blick Richtung Nahmitz vom Westufer
Blick Richtung Nahmitz vom Westufer

Heute ist Kloster Lehnin eine sehr lebendige Gemeinde, die neben dem Zisterzienserkloster weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Dazu zählen u. a. das Schloss und Schulmuseum im Ort Reckahn sowie Kriegsdenkmäler für die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie für die Verfolgten des Naziregimes. Auch das Naturdenkmal „Blauer Stein“, ein überdimensional großer Findling im Kiefernwald östlich des Ortes Krahne, sorgt wegen seiner ungewöhnlichen blau-grünen Verfärbungen für reges Besucherinteresse.

Das Kürbisfest, das jedes Jahr am letzten Wochenende im September für zwei Tage viele Besucher in den Ort Lehnin lockt, hat sich im Laufe der Zeit zu einer Veranstaltung von internationalem Interesse entwickelt. Inzwischen neben an Umzug, Ausstellungen, Markt und Wettbewerben rund um die Herbstfrucht neben den Team aus der Region auch Delegationen aus Belgien, Österreich und anderen Ländern Europa teil.

In der vorwiegend touristisch geprägten Region um die Gemeinde Kloster Lehnin, die zu DDR-Zeiten Teil des FDJ-Projektes „Havelobst“ war, gehört seit 2006 im Ort Rietz die Produktion von Zigaretten für den kanadische Tabakwarenproduzenten „Grand River Enterprises (Deutschland) GmbH“ zum wirtschaftlichen Alltag.

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Bildquellen:

Vorschaubild, Posthalterei Lehnin, Gemeinde Kloster Lehnin, Brandenburg Urheber: Lienhard Schulz aus der deutschsprachigen Wikipedia Lizenz: (CC BY-SA 3.0)

Historischer Backofen in Emstal, Gemeinde Kloster Lehnin, Brandenburg.Urheber: Lienhard Schulz aus der deutschsprachigen Wikipedia Lizenz: (CC BY-SA 3.0)

Blick Richtung Nahmitz vom Westufer, Skulpturenpark. Die beiden runden Körper auf den Pflöcken im See sind Kürbisse, der Skulpturenpark war zur Zeit der Aufnahme im Oktober 2004 voller Arrangements mit Kürbisssen (wegen des zuvor stattgefundenen Lehniner Kürbisfestes). Urheber: Lienhard Schulz aus der deutschsprachigen Wikipedia Lizenz: (CC BY-SA 3.0)

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14797 Kloster Lehnin

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