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Mario Schneider
Tourist
Bild-Text-Band
Man könnte annehmen, das Thema »Tourist« brächte hauptsächlich Skurriles hervor, doch sind es vielmehr intime Begegnungen zwischen Fotograf und Objekt. Reisen verändern den Menschen. Diesen Wandel hat Mario Schneider, der sich wie auch in seinen Dokumentarfilmen am Menschen und dessen Wesen interessiert, in seinen eindrucksvollen Fotografien festgehalten.
Wir alle versuchen, den Touristen aus dem Weg zu gehen, und verwandeln uns doch regelmäßig selbst in sie. Gerade in diesen Zeiten, wo uns jede Flugreise ein schlechtes Gewissen beschert, wo Ozeanriesen Millionen von Besuchern über die Venedigs dieser Erde ausschütten, versucht Schneider den Menschen hinter dem Touristen zu entdecken – und tatsächlich, es gibt ihn auch dort – im Urlaub. Voller Freude, Liebe und Einsamkeit.
Mit Texten von Meike Wetzel, Jule Reckow und Mario Schneider.

Gedenkstätte Leistikowstraße

Gedenkstätte Leistikowstraße

Andreas Jüttemann

Die geheimen Orte des KGB

Nach der Potsdamer Konferenz im Cecilienhof 1945 wurde fast die gesamte Nauener Vorstadt mit mehr als hundert Häusern unter sowjetische Militärverwaltung gestellt. Die Villen wurden beschlagnahmt, die Bewohner vertrieben. Die sowjetische Militäradministration gründete hier das „Militärstädtchen Nr. 7“. In die Leistikowstraße 1 zog die militärische Spionageabwehr ein. Es entstand hier ein Untersuchungsgefängnis mit 36 Zellen. Zwischen 1945 und 1954 wurden darin etwa tausend Menschen, auch Zivilisten, festgehalten, danach ausschließlich Sowjetsoldaten. Die Inhaftierten mussten monatelange Verhöre und Misshandlungen erdulden. Auch Todesurteile wurden vollstreckt. Viele Häftlinge sind von Potsdam aus direkt in sibirische Straflager überführt worden.

Seit 1997 erinnert eine Ausstellung in den Gebäuden der Leistikowstraße 1 an die grausame Geschichte des Ortes, seit 2008 befindet sich hier eine Gedenkstätte. Bei Renovierungsarbeiten wurden viele Inschriften der einstigen Häftlinge in den Zellen freigelegt. Sie berichten von Isolation und psychischem Druck.

Auch die umliegenden Häuser wurden von sowjetischen Geheimdiensten genutzt, im Militärstädtchen hatte ferner die Deutschlandzentrale des KGB ihren Sitz. Heute erinnert ein Geschichtslehrpfad mit 14 Stelen an die Historie des „Militärstädtchens“.

Weitere Informationen:

Gedenkstätte Leistikowstraße

Leistikowstraße 1

14469 Potsdam

Tel.: 0331 / 2011540

www.gedenkstaette-leistikowstrasse.de

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Bild- und Textquelle:

Jüttemann, Andreas: Potsdam: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, 2015, Halle (Saale): mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH, Halle (Saale)

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