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Horst Nalewski
Kennst du Rainer Maria Rilke?
Der schwere Weg zum großen Dichter

Der junge Rilke wächst in Prag auf undentwächst den bürgerlichen Vorstellungen seiner familiären Umgebung. Auf der stetigen Suche nach sich selbst, findet er Halt im Schreiben und schreibt viel. "Der schwere Weg zum großen Dichter" ist hier verständlich und interessant dargestellt.

Petzow

Petzow

Dörte Suhling

Wo Schinkel und Lenné einst gemeinsam wirkten

Petzow, ein kleiner Ort zwischen Glindower See und Schwielowsee, dessen Schönheit schon Theodor Fontane begeisterte. So beschrieb er in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ den Blick vom Kirchturm des Dorfes als „… ein Landschaftsbild im großen Stil; nicht von relativer Schönheit, sondern absolut. Man darf hier getrost hinaustreten, ohne sich des Vergleichssinnes zu entschlagen.“ Bis 1929 selbstständig, ist Petzow heute ein Ortsteil der brandenburgischen Stadt Werder.

Das bekannteste Bauwerk des Ortes ist das Schloss Petzow, an dem sowohl Schinkel als auch Lenné entscheidend mitgewirkt haben. Von „Petzower Ensemble“ wird oft gesprochen, wenn das Schloss und der umliegenden Park, die Dorfkirche und die Gutshofanlage als Gesamtkunstwerk des Ortes gemeint sind.

Die Familie von Kähne

Die Geschichte von Petzow, die Anfang des 15. Jahrhunderts mit der Ersterwähnung des Ortes im Jahr 1419 beginnt, ist unmittelbar mit der wohlhabendsten und einflussreichsten Familie des Dorfes, denen von Kaehne, verbunden.

Im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts wanderte Peter Kähne mit seiner Familie von Böhmen nach Brandenburg aus und ließ sich in Petzow nieder. Um 1648 erwarb Kähne, der eigentlich Bauer war, das Schulzengericht und leistete vor der Berliner Lehnskanzlei den Amtseid als Schulze, früher eine Art Dorfrichter, der zur Beurteilung kleinerer Streitigkeiten oder Rübeleien eingesetzt wurde.

Der eigentliche Aufstieg der Familie begann aber erst mit der Übernahme der Ziegelei und der Ableistung des Lehnseides durch Peter IV. im Jahre 1745. Im Jahr 1814 übernahm Karl Friedrich August Kähne, inzwischen Amtsrat und Gutsbesitzer, das Erbe seiner Vorfahren. Er beauftragte den preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel (1781–1841), der für eine Vielzahl von Schlössern und Herrenhäusern in der Mark Brandenburg verantwortlich zeichnete, mit der Umgestaltung und dem Umbau des Wohnhauses der Familie: das Schloss Petzow entstand.

Schloss Petzow

Schloss Petzow
Schloss Petzow

Das Schloss Petzow, von der Bauart eigentlich ein Herrenhaus, wurde im Jahr 1825 fertiggestellt. Das langgestreckte zweigeschossige Haus ist an den Ecken mit Rundtürmen versehen. Die Fassadengestaltung der vier Hausseiten unterscheiden sich grundlegend voneinander: es gibt jeweils eine Hof- und eine gegenüberliegende Gartenseite sowie eine dem Dorf und eine dem Schwielowsee zugewandte Hausseite. Die dorfseitig ausgerichtete Hausansicht wird nach einem imposanten Hoftor mit einem Weg durch den sich anschließenden Park fortgesetzt.

Für den Baumeister Schinkel war es nicht immer einfach, die persönlichen Wünsche seines Auftraggebers umzusetzen. So wollte F. A. Kähne z. B. unbedingt die im Mittelalter typischen gotischen Formen in den Bau einfließen lassen. Damit sollte suggeriert werden, dass die Familie von Kähne, die erst um 1840 in den Adelsstand versetzt worden war, alteingesessen ist und auf eine lange Tradition in Brandenburg zurückblicken kann. Aber auch auf Elemente des maurischen Kastell- sowie des Tudorstils, der vor allem in England weit verbreitet war, legte der Bauherr großen Wert.

Nachdem die Familie von Kähne nach Ende des Zweiten Weltkrieges enteignet wurde und der Schriftstellerverband das Schloss zu DDR-Zeiten als „Schriftstellererholungsheim“ nutzte, wird es heute nach mehrfachem Eigentümer- und Nutzungswechsel von der Schloss Petzow Besitz- und Betriebsgesellschaft mbH verwaltet und bewirtschaftet.

Die Parkanlage

Der Park um das Schloss wurde von Peter Joseph Lenné (1789–1866) angelegt, der als Direktor der königlich-preußischen Gärten für seine Gestaltungvarianten nach dem Vorbild der englischen Landschaftsgärten bekannt war.

Typisch für die Lennésche Gestaltung sind verschiedenartige Sichtachsen, sehenswerte Blumenarrangements, in denen neben einheimischen gern auch exotische Pflanzen verwendet wurden, und traumhafte Wasserspiele. Für die Umsetzung seiner Gestaltungsideen brauchte der Gartenbaumeister, der oft und gern mit dem Architekten Schinkel zusammenarbeitete, meist viel Platz, sodass unter Umständen alte Baumbestände gerodet oder Schneisen in vorhandene Wälder geschlagen werden mussten.

Der 15 Hektar große Schlosspark von Petzow wurde zwischen 1820 und 1860 angelegt. Er ist Teil des von Lenné verfolgten „Verschönerungsplan der Umgebung von Potsdam“, zu denen neben dem Park Sanssouci u. a. auch die Pfaueninsel und die Parkanlagen des Pfingstberges gehören.

Die Kirche als kulturelles Zentrum

Auch die Petzower Dorfkirche auf dem Grelleberg, dem höchsten Punkt des Ortes, die im Jahr 1842 von Friedrich Wilhelm IV. eingeweiht wurde, gehört zu den kulturellen Schätzen des „Petzower Ensembles“. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten bildet sie heute das „kulturelle Zentrum“ des Ortes.

Petzow – eine beliebte Filmkulisse

Schloss Petzow und die umliegende Parkanlage sowie die sanft hügelige Landschaft in der Umgebung des Ortes machen das Dorf zu einer beliebten Kulisse für Märchenfilme oder romantische Stories.

So entstanden hier z. B. Teile der Telenovelas „Bianca – Wege zum Glück“ oder „Julia – Wege zum Glück“, die beide vom ZDF produziert wurden. Auch für die Neuverfilmung des Grimm’schen Märchens „Jorinde und Joringel“, die 2011 unter der Regie von Bodo Fürneisen (1950–) entstand, lieferte Petzow eine perfekte Kulisse.

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Bildquellen:


Vorschaubild, Schloss Petzow in Werder-Petzow in Brandenburg,Deutschland Urheber: Doris Antony via Wikimedia Commons.(CC BY-SA 3.0)

Schloss Petzow (Ostseite) in Werder (Havel) in Brandenburg, Deutschland Urheber: Doris Antony via Wikimedia Commons.(CC BY-SA 3.0)

Haupthaus der ehemaligen Ziegelei Löcknitz in Werder-Petzow in Brandenburg, Deutschland Urheber: Doris Antony via Wikimedia Commons.(CC BY-SA 3.0)

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