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Über Werte und Tugenden

Florian Russi

Mehr denn je wird über die althergebrachten Werte und Tugenden diskutiert. Sind Tugenden und Werte Begriffe aus der Klamottenkiste oder bestimmen sie auch heute noch unser Handeln? 

Kremmen

Kremmen

Dörte Suhling

Mittelalterliche Altstadt und heimlicher „YouTube-Star“

Kremmen gehört zu den schönsten und ältesten Städten Brandenburgs. Die Kleinstadt im Südwesten des Landkreises Oberhavel wird südlich vom Waldgebiet Krämer, im Norden von der Rüthnicker Heide und im Osten von der Havelniederung zwischen Zehdenick und Spandau begrenzt.

Seit 31. Dezember 2001 besteht die Stadt, in der aktuell knapp 7 700 Einwohnerinnen und Einwohner leben, aus der eigentlichen Kernstadt Kremmen und den sechs Umlandgemeinden Beetz, Flatow, Groß-Ziethen, Hohenbruch, Sommerfeld und Staffelde.

Als eines von 31 Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft der „Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg“ ist die Stadt Kremmen bemüht, den mittelalterlichen Stadtkern auch für kommende Generationen zu erhalten. Besonders sehenswert sind der Markplatz von Kremmen und das Scheunenviertel. Zeugnisse des Mittelalters sind in Kremmen auch heute noch z. B. an Straßennamen wie Alte Wallstraße, Schwedengasse oder Burgweg erkennbar.

Verkehrsgünstig gelegen

Kremmen liegt sehr dicht an der BAB 24. Der Weg in die Stadt führt über eine eigens nach ihr benannten Ausfahrt. Aber auch mit der Bahn ist Kremmen gut erreichbar. Im Jahr 1893 erhielt die Stadt mit der Kremmener Bahn zwischen Berlin-Schönholz nach Kremmen Anschluss an das Berliner Eisenbahnnetz. Heute benötigt man nur etwa eine Stunde, um auf dem Schienenweg die Berliner Innenstadt zu erreichen. Aufgrund der guten verkehrstechnischen Infrastruktur ist die Kleinstadt Kremmen auch für Pendler, die dem Großstadttrubel entkommen wollen, aber nicht ganz in einer ländlichen Dorfidylle aufgehen, genau die richtige Adresse.

Wie Kremmen entstand

Das älteste Gebäude der Stadt ist die im 13. Jahrhundert errichtete Kirche St. Nikolai. In diese Zeit fällt auch die Stadtgründung von Kremmen am Kremmener Damm, einer Straßenverbindung zwischen dem Ländchen Glien und der Rüthnicker Heide.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1216 als „Cremmene“. Diese Bezeichnung stammt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie Kieselstein. Mit dem am 20.06.123 geschlossenen „Vertrag von Kremmen“ trat Herzog Wartislaw III. von Pommern brandenburgische Gebiete an die Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg ab.

Die ältesten Wohnhäuser der Stadt

Die ältesten heute noch genutzten Wohngebäuden der Stadt stehen in der Dammstraße 14 und 16. Sie wurden nach dem großen Stadtbrand von 1680 errichtet und blieben von der Feuerbrunst von 1840, der große Teile von Kremmen zum Opfer fielen, sowie von den Zerstörungen beider Weltkriege weitestgehend verschont. Beide Häuser stehen inzwischen unter Denkmalschutz. Das Haus in der Dammstraße 14 hat noch eine weitere Besonderheit. Hier flimmerte 1953 der erste Fernseher von Kremmen.

Das Kremmener Scheunenviertel

Das historische Scheunenviertel von Kremmen liegt am Rande der Stadt. Von den ehemals 70 Scheunen sind heute noch 40 erhalten. Damit ist das Scheunenviertel von Kremmen deutschlandweit das größte seiner Art. Seit 1993 steht das gesamte Ensemble des Scheunenviertels unter Denkmalschutz.

Die Scheunen wurden Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet. Anlass war das kurfürstliche Verbot aus dem Jahr 1659, Stroh und Futter innerhalb der Stadtmauern zu lagern. Damit sollte verhindert werden, dass der Bevölkerung durch Stadtbrände, die in Kremmen relativ häufig vorkamen, das gesamte Saatgut, Futtervorräte und Vieh und damit die gesamte Existenz verloren ging.

Heute ist das Scheunenviertel einer der beliebtesten Treffpunkte in der Stadt. Neben verschiedenen Kneipen und Lokalen werden die einzelnen Scheunen als Theater, Kino. Friseur oder von verschiedenen Künstlern als Atelier genutzt. Über das Jahr finden im Scheunenviertel viele Veranstaltungen wie das Kürbisfest, Trödelmärkte oder der „Lauf um den Kremmener Spargel“ statt.

Kremmen als heimlicher YouTube-Star

Im Jahr 2019 drehte die aus Kremmen stammende Regisseurin Katja Malinowski mit dem Schauspieler Bjarne Mädel, bekannt als „Der Tatortreiniger“, in ihrer Heimatstadt ein Video zum Titel „Ich warte auf dich“ vom Musiker Axel Bosse. Im Clip zeigt die Regisseurin nicht nur die Plätze ihrer Kindheit, sondern die Altstadt, den Stadtpark, die über Generationen stadtbekannte Fleischerei Hohensee und viele kleine Details, die die Schönheit und einzigartigen Atmosphäre der Kleinstadt Kremmen belegen. Das Video wurde in den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung auf YouTube rund 50 000 angeklickt.


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Bildquelle

Vorschaubild: Allee bei Kremmen in Brandenburg, 2007, Urheber: Saxo via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Rathaus Kremmen, 2005, Urheber: Doris Antony via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

Wohnhaus in Kremmen, Berliner Chaussee 2/4, 2020, Urheber: SchiDD via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0.

Scheunenviertel, 2005, Urheber: DorisAntony via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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