Brandenburg-Lese

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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Ofen- und Keramikmuseum Velten

Ofen- und Keramikmuseum Velten

Bianca Geurden

Geschichte des Kachelofens und der Tonwarenindustrie

Der kleine Ort Velten, nördlich von Berlin im Landkreis Oberhavel, war und ist berühmt in der Geschichte des Kachelofens und der Tonwarenindustrie. Durch seine reichen Tonvorkommen war es ihm einst möglich, mit rund 40 Ofenfabriken hunderttausende von Kacheln an die Bewohner Berlins zu verkaufen. Sieben Jahre nach der Errichtung der ersten nachweislichen Töpferei 1828 in Velten, entstand auch die erste Ofenfabrik und sorgte für Furore. Besonders bekannt wurden die qualitativ hochwertigen, weißen Schmelzkacheln, die im Zeichen des Klassizismus Einzug in die Berliner Gesellschaft hielten. Unter anderem ließen sich diese Kacheln in der Wohnung von Karl Friedrich Schinkel und Tobias Feilner entdecken.

Die einzige der erwähnten Fabriken, die bis heute überlebt hat und ihre Produktion aufrechterhält, ist die Ofenfabrik Schmidt/Lehmann; 1872 von mehreren Gesellschaftern gegründet. An eben diesem Standort befindet sich auch das Ofen- und Keramikmuseum Velten, das mit seinen Ausstellungen an die Geschichte des Ortes und des Kachelofens erinnert.
1905 entschloss sich der Schulkantor Gustav Gericke für ein Ortsmuseum zum Erhalt der Kachelofen- und Tonwarenindustriehistorie. Vorerst waren die Ausstellungsstücke, eine Sammlung aus u.a. Musterbüchern, Ofenschmuck, Literatur und Kacheln, in 12 Räumen des Veltener Schulgebäudes untergebracht. Dort begeisterten sie ein breit gefächertes Publikum von Kunsthistorikern bis zu Ofenbauern. Nach dem Krieg wurde die Sammlung mehrere Male verlegt, bis sie 1970 schließlich an Berlin verkauft und für 20 Jahre in den Kellerräumen des Deutschen Historischen Museum eingelagert wurde. Erst in den 1990ern gelang es einigen Ambitionierten, darunter der Historikerin Monika Dittmar, die Bestände wiederzubeleben und an ihren Ursprungsort Velten zurückzuliefern. Im Juli 1994 eröffnete das Museum erneut.

In den ca. 900 qm der oberen Etage der Ofenfabrik Schmidt/Lehmann können über 4000 Einzelka-cheln, Ofenteile und -modelle aus verschiedensten Epochen bestaunt werden. Das Highlight bildet hierbei ein Ofen der Stockelsdorfer Fayencemanufaktur. Jeden Mittwoch und ersten Samstag im Monat findet zudem eine Führung durch das Museum und eine Besichtigung des Werkateliers der Ofenfabrik statt. Dann heißt es, sich von der Baukeramik und einzelnen Spezialanfertigungen faszi-nieren zu lassen oder den seit Mai 2012 eingeführten Entdeckerrundgang mit 20 Mitmach-Stationen zu testen. Wem das nicht ausreicht, der kann sich im Energie- und Umweltkabinett umschauen und zu umweltfreundlicherem Heizen beraten lassen. Im ganzen Jahr bietet das Museum zahlreiche Sonderausstellungen, beispielsweise über skandinavische Öfen, Feste und Märkte. Eigens für Kinder findet darüber hinaus eine Ferienwerkstatt zur Tonmodellierung statt.

 

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Bildquelle: Ofen- und Keramikmuseum Velten, Autor: Max-78; Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

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