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Ingrid Annel
Glücksdrachenpech

Schaurige, lustige, gruselige und witzige Geschichten von Wassermännern, Drachen, Irrlichtern und dem Teufel, mit Illustrationen von Marga Lenz

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Wassermühle Gollmitz

Wassermühle Gollmitz

Bianca Geurden

Das größte Wasserrad Norddeutschlands

In der kleinen Idylle des Naturparks Uckermärkische Seen, am Gollmitzer Mühlenteich, liegt das alte Fachwerkhaus mit Wasserrad, das Zeugnis einer 600 Jahre alten Geschichte, die heute durch ihren Besitzer Kai Rogozinski wiederbelebt wird.
Das Wasserrad der Mühle
Das Wasserrad der Mühle

Der Duft frisch gebackenen Brotes liegt in der Luft, in der Ferne ertönt das Klappern des Weizen-stuhls, das immer wieder von dem Plätschern des Wasserrades durchdrungen wird. Hier, an einem Ort, der sich auch für Radausflüge und Wandertouren eignet, kann die Technik vergangener Jahr-hunderte bestaunt werden. 

Kurt Rogozinski entdeckte die Mühle auf einer seiner Kanufahrten und verbliebte sich sogleich in das eigentümliche Gebäude. Sieben Jahre brauchte er, um die Mühle zu restaurieren, Genehmigungen einzuholen, sich die Unterstützung von Denkmalschutz und regionalem Mühlenverein zu sichern und das mit sechs Metern bemessene Wasserrad neu aufzubauen. Heute ist dieses das größte in ganz Norddeutschland und wird von dem kleinen Bach Strom versorgt.

Für seine Mühle, die sich über drei Stockwerke erstreckt, erhielt Rogozinski sogar den Uckermärkischen Tourismuspreis 2010. Im oberen Stockwerk, dort, wo einst die Müllersleute lebten, bietet er fünf Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe an. Durch eine ökologische Sanierung mit Hanfdämmung und Lehmwänden erlauben sie ein ganz besonderes Flair, dass die Bewohner in eine vergangene Zeit zurückversetz. Rustikal, aber gemütlich ist nicht nur die Ausstattung selbst, sondern auch das im zweiten Stock gelegene Kaminzimmer. Hier kann mit einer Tasse Tee entspannt, oder Seminare abgehalten werden - ganz nach Wunsch des Kunden.

Wassermühle Gollmitz
Wassermühle Gollmitz

Eine Attraktion bieten die Vorführungen des Mühlenbetriebs, die seit 2006 von dem ursprünglich gelernten Gas- und Wasserinstallateur angeboten werden. Anschaulich wird den Besuchern gezeigt, wie der Walzenstuhl das Korn zerkleinert, und dieses über einen Trichter in die Mühle leitet. Mittels Zentrifuge wird es anschließend auf dem Sichterboden geschüttelt und gesiebt. Es braucht jedoch mehr als sieben Mahlvorgänge, bis aus dem Schrot ein feines Mehl entsteht. Belohnen kann sich der Zuschauer später mit einem aus dem Mehl gebackenen Brot.

Erstmals Erwähnung fand die Mühle am 27. Januar 1296, vermutlich diente sie auch zum Antrieb von Fischerei- und Holzbetrieben. Während des 30-jährigen Krieges kamen in der Uckermark fast alle Häuser zu Schaden, die Wassermühle blieb nicht verschont und bis 1672 verwüstet. Vierzehn Jahre später gab Friedrich Wilhelm, der Kurfürst, den Auftrag, sie wieder neu zu errichten. Erst 1724 tauchte die Gollmitzer Mühle wieder in Berichten auf. Aufgrund der Dendrochronologie (Messung des Alters von Bäumen durch Jahresringe) wird vermutet, dass zu dieser Zeit die Mühle in ihrem heutigen Erscheinungsbild aufgebaut wurde. 2002 erhielt Rogozinski die Genehmigung für eine Restauration.

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Bildquellen: Wassermühle Gollmitz, Mit freundlicher Genehmigung von Kai Rogozinski

Wassermühle Gollmitz

Mühlenberg 12
17291 Nordwestuckermark

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