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Rüdiger Fikentscher

Deutschland und anderswo
Reiseerlebnisse im 19. Jahrhundert

»Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen«, dichtete einst Matthias Claudius. Wie recht er damit hatte, zeigt sich in den im Buch versammelten Originalberichten aus Tagebüchern und Briefen von Mitgliedern einer besonders reisefreudigen Familie über fünf Generationen. Sie reisten geschäftlich, wegen der Wissenschaft, um Bildung zu erwerben und persönliche Verbindungen zu stärken. Auf jeden Fall individuell, doch kaum, um sich zu erholen. Weder arm noch reich wanderten oder fuhren sie durch Deutschland, Österreich, Frankreich und England, kamen sogar nach Übersee.

Französische Kirche Potsdam

Französische Kirche Potsdam

Andreas Jüttemann

Die französische Seite Potsdams

Vor allem die Hugenotten, protestantische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, denen der Große Kurfürst 1685 in Potsdam Zuflucht anbot, prägten das Bild des französischen Potsdams. Das markanteste Bauwerk der Einwanderer ist sicherlich die französische Kirche am Bassinplatz: Sie wurde im Jahre 1753 eröffnet und ist heute das älteste Kirchenbauwerk der Stadt. Ihr Vorbild war das Pantheon in Rom. Architekt der Kirche war der Holländer Jan Bouman. Die Kirche ist nach einem schweren Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg das letzte Überbleibsel des französischen Viertels, das sich rund um den Bassinplatz bis zum heutigen Platz der Einheit erstreckte. In den letzten Jahren lebte der Name „Französisches Viertel“ bei einem Neubauprojekt wieder auf.

Auch der Name Sanssouci weist auf die Frankophilie des Potsdamer Hofes hin. In besseren Kreisen jener Zeit wurde natürlich nur französisch „parliert“. Und der Hofschriftsteller Voltaire, der aus Paris im Jahre 1750 an den Potsdamer Hof kam, gilt als einer der einflussreichsten Lyriker der europäischen Aufklärung. Nach Potsdam kamen viele französische Autoren. Die Freundschaft zwischen Friedrich dem Großen und Voltaire hielt aber nicht lange, schon ein Jahr später zog Voltaire nach Berlin um.

Heute findet sich französische Lebensart in Potsdam vor allem im gastronomischen Bereich wieder: „Restaurant Juliette“, „Maison Charlotte“, „Crèperie de la Madeleine“ oder „Petite Pauline“ – so heißen vier französische Einkehrmöglichkeiten des Gastronomen Ralph Junick.

Weitere Informationen:

Französische Kirche

Charlottenstraße

14467 Potsdam

Tel.: 0331 / 291219

Internetauftritt: www.reformiert-potsdam.de

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Bild- und Textquelle:

Jüttemann, Andreas: Potsdam: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, 2015, Halle (Saale): mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH, Halle (Saale)

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