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Mario Schneider
Tourist
Bild-Text-Band
Man könnte annehmen, das Thema »Tourist« brächte hauptsächlich Skurriles hervor, doch sind es vielmehr intime Begegnungen zwischen Fotograf und Objekt. Reisen verändern den Menschen. Diesen Wandel hat Mario Schneider, der sich wie auch in seinen Dokumentarfilmen am Menschen und dessen Wesen interessiert, in seinen eindrucksvollen Fotografien festgehalten.
Wir alle versuchen, den Touristen aus dem Weg zu gehen, und verwandeln uns doch regelmäßig selbst in sie. Gerade in diesen Zeiten, wo uns jede Flugreise ein schlechtes Gewissen beschert, wo Ozeanriesen Millionen von Besuchern über die Venedigs dieser Erde ausschütten, versucht Schneider den Menschen hinter dem Touristen zu entdecken – und tatsächlich, es gibt ihn auch dort – im Urlaub. Voller Freude, Liebe und Einsamkeit.
Mit Texten von Meike Wetzel, Jule Reckow und Mario Schneider.

Gutshaus Neukladow

Gutshaus Neukladow

Andreas Jüttemann

Das Schloss von Bismarcks Mutter

Nicht mehr in Potsdam, aber direkt an der Endhaltestelle der Potsdamer Buslinie 697 „Neukladower Allee“ liegt das Gutshaus Neukladow in einem herrlichen Park mit Blick auf den Wannsee. Es wurde im Auftrag des Gutsbesitzers Mencken um 1800 errichtet. Die Mutter des Reichskanzlers Otto von Bismarck, Luise Wilhelmine Mencken, verbrachte in Neukladow ihre Jugend. Das Anwesen wurde später im Stile des Neoklassizismus umgebaut. Für den Innenausbau wurden namhafte Architekten wie Alfred Grenander, Max Slevogt und August Gaul beauftragt. Im Jahre 1928 verkaufte die Familie das Gut an die Stadt Berlin. Zu Westberliner Zeiten nutzte die Arbeiterwohlfahrt das Gelände, seit 2006 kümmert sich der Bezirk Spandau mit einer Bürgerstiftung um eine Nachnutzung und die Sanierung.

In Kladow befand sich übrigens bis zum Herbst 1972 noch ein weiteres Schloss namens Brüningslinden. Es lag wenige Hundert Meter von der heutigen Berlin-Potsdamer Stadtgrenze entfernt. Besonders in den 1950er- und 1960er-Jahren war das Schloss bei Ausflüglern beliebt: Es galt als eines der schönsten Ausflugslokale Westberlins. Kinder liebten den „Schlosspark“ aufgrund seines Märchenwaldes, in dem Märchenfiguren aus Grimms Werken aufgestellt waren. Außerdem gab es im Park eine Kindereisenbahn. Das Schloss Brüningslinden war streng genommen „nur“ eine Fabrikantenvilla: Erbaut wurde es 1911/1912 vom Sohn des Hoechst-Chemiewerke-Gründers Adolf von Brüning. Als 1972 eine Restaurierung zu teuer geworden wäre, wurde das Anwesen kurzerhand abgerissen.

Weitere Informationen:

Bürgerstiftung Gutspark Neukladow

Neukladower Allee 12

14089 Berlin-Kladow

Tel.: 030 / 902793888

http://www.gutspark-neukladow.de/


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Bild- und Textquelle:

Jüttemann, Andreas: Potsdam: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, 2015, Halle (Saale): mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH, Halle (Saale)

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