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Florian Russi

Im Zeichen der Trauer
Tröstungen für Hinterbliebene

Dieses Büchlein will denjenigen helfen, die durch den Verlust eines geliebten Menschen in Trauer, Schmerz und seelische Not geraten sind. 

Die „Perle der Uckermark“ - Templin

Die „Perle der Uckermark“ - Templin

Almut Philipp

In einer Landschaft, die von kleinen Dörfern und zahlreichen See geprägt ist, liegt Templin, die „Perle der Uckermark". Geografisch betrachtet liegt die brandenburgische Stadt zwischen dem Naturpark Uckermärkische Seen und dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, in dem sich auch der 670 Hektar große Buchenwald Grumsin befindet. Seit 2011 trägt er den Weltnaturerbetitel der UNESCO. See-, Fisch- oder Schreiadler, aber auch Kraniche oder Schwarzstörche sind hier zu Hause, viele bedrohte Pflanzenarten werden hier geschützt.

Es ist eine wasserreiche Gegend, die zum Teil von sumpfiger Landschaft umgeben ist. Bruch- und Moorlandschaften, Wiesen und Buchen-, Misch- und Kiefernwälder bestimmen das Bild. Auf über 390 Kilometer Wanderwegen oder dem Uckermärkischen Radrundweg führen erlebnisreiche Touren durch die Uckermark. In der Umgebung Templins gibt es über 180 Seen, Fließe und Kanäle, die zum Baden, Wasserwandern oder Segeln einladen.

Stadtgeschichtlicher Rundgang

Mitten in dieser schönen Landschaft liegt Templin. Die Geschichte Templins beginnt im 13. Jahrhundert mit den askanischen Markgrafen, die ab dem 12. Jahrhundert in Brandenburg regierten. Eine erste Siedlung entstand bereits um 1240, die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1270 belegt. In dieser Zeit begann der Ausbau der Stadtmauer im damaligen „Templyn“.

Trotz Kriegen und Belagerungen, Bränden, Krankheiten und Naturkatastrophen blieb Templin die einzige brandenburgische Stadt, die einen vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern besitzt.

 

 

Der Bau der vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer begann im Jahr 1314. Mit ihren 1700 Metern Länge umschließt sie den Stadtkern. Die drei machtvollen gotischen Backsteintore waren einst Zugänge zur damaligen Ackerbürgerstadt. Im Prenzlauer Tor befindet sich heute das Museum für Stadtgeschichte. Das kleinste, aber älteste Stadttor, ist das Mühlentor. Schmuckelemente an der Fassade wurden nach dem Vorbild des Klosterkirche Chorin gestaltet. Das dreigeschossige Berliner Tor ist direkt in die Stadtmauer integriert und besitzt eine zur Stadtseite ausgerichtete repräsentative Fassade. Sie gilt auch als einer schönsten der norddeutschen Backsteingotik und steht für den Wohlstand der sich entwickelnden Stadt.

Als ältestes Gebäude Templins gilt die St.-Georgen-Kapelle. Sie überstand vier Stadtbrände. Die kleine Kapelle wurde in backsteingotischer Bauweise erbaut. Erhalten geblieben ist ein Flügelschrein aus dem 15. Jahrhundert, eine eindrucksvolle Holzplastik aus dem 16. Jahrhundert stellt den Schutzpatron Georg in voller Rüstung und zu Pferd im Kampf mit dem Drachen dar.

Wie heute noch war der große quadratische Marktplatz der Handels- und Festplatz der Stadt. Gesäumt wird er von einer zweireihigen Lindenallee.

 

Prenzlauer Tor                           Berliner Tor                          Mühlentor

Das frei auf dem Marktplatz stehende historische Rathaus wurde 1751 nach Entwürfen des Berliner Architekten K. S. Schmidt errichtet. Auch die barocke St.-Maria-Magdalenen-Kirche, die evangelische Stadtpfarrkirche, geht auf ihn zurück. Das heutige Stadtgefüge mit seinen in geraden Gitterlinien angelegten Straßen entstand nach dem letzten großen Stadtbrand 1735. Der älteste erhaltene Stadtplan stammt aus der Zeit um 1700. Damals wurden von jeder brandenburgischen Stadt mindestens drei Stadtpläne angefertigt. Nach einem königlichen Erlass mussten die Landvermesser diese anlegen, damit Steuern und Abgaben erhoben werden konnten. Bis heute sind ganze Straßenzüge Templins erhalten geblieben. Viele der typischen zweigeschossigen Fachwerkhäuser wurden restauriert, Haustüren und Einfahrtstore der früheren Ackerbürger- und Handwerkerhäuser sind bewahrt worden. Die in dieser Zeit entstandenen Innenhöfe bilden bis heute einige der attraktivsten Orte Templins. Für die Öffentlichkeit zugänglich ist die Altstadtpassage, eine kleine „Bummelmeile“, die in den 90er-Jahren entstand. Durch die Zusammenlegung von Innenhöfen entstand so ein Durchgang, hier finden sich Geschäfte und kleine Gaststätten, ehemalige Stallungen und Werkstätten sind noch zu erahnen.

St. Georgen-Kapelle in Templin                 Eines der gut erhaltenen Fachwerkhäuser

Das Thermalsoleheilbad Templin

Die Stadt liegt nicht nur in einer wasserreichen Gegend. Auch unter ihr befindet sich Wasser. Aus einer Tiefe von etwa 1650 Metern wird eine jodhaltige Thermalsole mit einem Solegehalt von 1 bis 6 Prozent gewonnen. Mit Temperaturen von 32 bis 36 °C wird es in der im Jahr 2000 erbauten NaturTherme Templin zu Kur- und Bäderzwecken genutzt. Inzwischen ist Templin einer der acht Kurorte Brandenburgs und ein familienorientiertes, staatlich anerkanntes „Thermalsoleheilbad“. Die Therme lädt neben einem Gesundheits- und Wellnessbereich mit zahlreichen Kuranwendungen auch zum Freizeitvergnügen mit Riesenrutschen und Wellenbecken ein.

Aktuell kommen ein Kinderspielhaus mit Wasserspielplatz, ein Außenspielplatz und eine Erlebniswelt mit einer Otterfamilie aus dem Zoo Eberswalde hinzu. Für das Thermalsoleheilbad sind sogenannte Kuranlagen u. a. ein Kurpark bindend. Unweit vom historischen Stadtkern befindet sich der Stadthafen, von welchem man über den Templiner Kanal bis zur Havel gelangt, mit einer schönen Flusslandschaft. Gegenwärtig wird der stadtnahe „Bürgergarten“ mit seinem alten Baumbestand umgestaltet und erhält Grünanlagen und Erholungsflächen.

Die Hyparschale von Templin

Ein Baudenkmal mit nationaler Bedeutung ist die inzwischen restaurierte Hyparschale im Templiner Stadtpark „Bürgergarten“. Sie wurde von dem Bauingenieur Ulrich Müther 1967 entworfen und 1992 eingeweiht. Bemerkenswert an dem Bau ist die doppelt gewölbte Spannbeton­decke, die selbsttragend ist und eine quadratische Fläche überspannt. Sie besteht aus einer hyperbolischen Paraboloidschale, ein bekanntes Markenzeichen von Müther. Das zuerst als Speise- und Tanzgaststätte genutzte Gebäude wurde später von einem FDGB-Ferienheim genutzt. Erst ab 2015 begannen erste Sanierungsarbeiten. Nach der Sanierung 2022 ziehen hier Gastronomie, die Naturparkverwaltung und in einen Neubau nebenan eine Kita ein. Noch zwei weitere Schalenbauwerke in Templin wurden von Müther entworfen. Ein Kiosk am Templiner See und eine Reparatur- und Fahrzeughalle nordwestlich der Altstadt, die beide bis heute genutzt werden.

Am Lübbener See steht unübersehbar ein Familienferienhotel. Das frühere FDGB-Erholungsheim wurde umfangreich modernisiert, hat ein eigenes Innenschwimmbad und einen hauseigenen Badestrand am Lübbesee. Seit 2016 besitzt das AHORN Seehotel Templin eines der größten europäischen Fassadenkunstwerke des Künstlers Michael Fischer-Art.

AHORN Hotel                       Hyparschale von Ulrich Müther

Die ehemalige Fürstenschule

Eine neue Nutzung erhält auch ein weiteres markantes Gebäudeensemble: das ehemalige Joachimsthalsche Gymnasium Templin. Es war ein christlich-humanistisches Stift, mit einer eigenen evangelischen Kirchengemeinde in Templin und wurde 1607 als Fürstenschule gegründet. Der große teilsanierte Gebäudekomplex liegt unübersehbar an der Seeseite des Ortes. Hier soll künftig das Projekt einer Europäischen Schule Templin verwirklicht werden.

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